Die Wiener Ausstellung | Götter und heilige Berge

Objekt

Objekt Name
Objekt Beschreibung



Tanzmaske

Maske, Baumwollstoffe mit Bemalung; Maße 45 x B: 25 Zentimeter; Leihgabe aus einer Privatsammlung
Masken für sakrale Tänze werden aus Holz oder verleimten Textilien gefertigt. Mit dieser Maske stellt der Mönchstänzer einen Wächter der Leichenverbrennungsorte dar.

 
Tonarbeit
Thangtong Gyalpo

Bronze, Feuervergoldung; Maße 30 x 20 x 15 Zentimeter; Leihgabe aus einer Privatsammlung
Thangtong Gyalpo (1385-1464) lehrte in Klöstern aller tibetischen Schulrichtungen und wird wegen seiner antisektiererischen Einstellung verehrt. Vieles von dem, was er an seine zahlreichen Schüler weitergab, erfuhr er von Gottheiten in Visionen. Thangtong Gyalpo gilt als heiliger Erbauer von Eisenkettenbrücken in Bhutan. Einige Kettenglieder in seiner linken Hand weisen darauf hin.

 
Der Lama
Opfergaben an die Götter

Thangka; Maße 101 x 66 Zentimeter; Leihgabe von Josette Schulmann
Darstellungen symbolischer Opfergaben (kangdzä) werden entweder in Klöstern aufgehängt und dienen als Meditationsgrundlagen. Im innersten Kreis wird den Schutzgottheiten der Weltenberg Sumeru dargebracht. Auf dem Gipfel des Berges steht der Götterpalast Indras. Die Sinne erfreuende Gaben in Schädelschalen werden den Göttern ebenso angeboten wie Herden von schwarzen Widdern, Pferden und Yaks.

 
Die Beeinflussung der Welt
Eine Dakini
Thangka; Maße 126 x 90 Zentimeter; Leihgabe von Michael Rutland
Mit spärlichen goldenen Pinselstrichen ist eine Dakini, eine »Himmelsgeherin«, dargestellt. Als solche ist sie in allen drei Welten – der himmlischen, der irdischen und der unterirdischen – zu Hause. Diese weiblichen Himmelswesen weihten viele Yogis in esoterische Rituale ein und führten sie zu Meditationserlebnissen, die zum Einssein mit dem Absoluten führen sollten. Ihre Nacktheit ist Ausdruck der unverhüllten Wahrheit, die sie verkörpert. Mit dem Hackmesser mit Vajragriff zerstört sie Unwissenheit, die Schädelschale in ihrer rechten Hand ist ein Wissenbehälter.
Solche mit Gold bemalten Schwarzgrundthangkas prägt ein mystisch-esoterischer Charakter. Schwarz ist die Farbe des Hasses, der durch Weisheit in die Erkenntnis der Wahren Wirklichkeit verwandelt wird. Nur auf dem Weg zur Erleuchtung sehr weit fortgeschrittene Yogis verwenden Thangkas dieser Art als Meditationsbilder.
 
Das Leben des Guru in Indien
Guru Rinpoche als Padma Gyalpo

Standmaske, Holz; 17. Jahrhundert; Höhe 44 Zentimeter; Leihgabe von Josette Schulmann
 
Eine Darstellung von Guru Padma Gyalpo, dem Aspekt Guru Rinpoches, der ihn als "Lotuskönig" zeigt. So spendet er seinem Volk geistige und materielle Gaben.

 
Der Guru in Tibet
Guru Rinpoche auf dem Kupferberg

Das südwestliche Paradies des Guru Rinpoche, zangdog palri; Thangka; Maße 125 x 77 Zentimeter; Leihgabe von Josette Schulmann
Guru Rinpoche ist in seinem südwestlichen Paradies auf einem mächtigen kupferglänzenden Berg dargestellt. Von diesem paradiesischen Berg ist keine Rückkehr in den Kreislauf der Wiedergeburten mehr nötig. Wenngleich der Buddhismus Spekulationen über das Jenseits ablehnt, gibt es doch bildliche Darstellungen von Paradiesen, in die der Gläubige einzugehen vermag.
Bei den Bhutanern spielt der Berg als Ausdruck spiritueller Reinheit und Wohnsitz der Götter eine große Rolle.

 
Das südwestliche Paradies
Die Biografie Guru Rinpoches

Wandmalerei auf Stoff; 19. Jahrhundert; 245 x 121 Zentimeter; Leihgabe aus dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Wandmalereien werden in Bhutan auf Stoff gemalt, der an die Wand geklebt wird. Teilweise sind stuckierte Details (Pastiglia) aufgebracht.

 
Der zweite Buddha
Tanzmaske

Maske, Papiermache; Höhe 32 Zentimeter; spätes 19. Jahrhundert; Leihgabe von Josette Schulmann
  Die Maske stellt eine Gottheit (ging) aus dem himmlischen Paradies von Guru Rinpoche dar.

 
Vorbereitung zum Tanz
Tanzmaske

Maske, Papiermache; Höhe 31 Zentimeter; spätes 19. Jahrhundert; Leihgabe von Josette Schulmann

 
Vorbereitung zum Tanz
Tanzmaske

Maske, Papiermache; Höhe 30 Zentimeter; spätes 19. Jahrhundert; Leihgabe von Josette Schulmann
  Die Maske stellt eine zornige Gottheit dar; friedvolle Götter nehmen zur Überwindung böswilliger Mächte oft zornvolle Erscheinungsformen an.

 
Vorbereitung zum Tanz
Das Weltenmodell

Thangka; synthetische Farbe auf Leinwand; 173 x 116 Zentimeter; 20. Jahrhundert
Dieses Rollbild wurde als Auftragsarbeit des Völkerkundemuseums Wien speziell für die Ausstellung "Bhutan ­ Festung der Götter" angefertigt.

 
Das Weltenmodell
Milarepa
Landschaftsdarstellung mit Heiligen in Meditationshöhlen, Rhinozeroshorn; Höhe 15 Zentimeter, Länge 20 Zentimeter, Breite 12 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum Paro
 
In dieser Darstellung einer heiligen Landschaft ist zwischen Felsen und Wasserfällen einer der Gründer der Kagyüpa-Schule zu erkennen, nämlich der große Asket Milarepa (1040-1123), der für seine mystischen Gesänge berühmt war.
 
Die Gottheiten des bar
Tsheringma

Thangka; 133 x 89 Zentimeter; 18. Jahrhundert; Leihgabe aus dem National Museum Paro
 
Die Göttin Tsheringma ist ursprünglich eine vorbuddhistische Gottheit, die nach ihrer magischen Unterwerfung durch Guru Rinpoche sowohl die Menschen als auch den Buddhismus beschützt. Auf einem Löwen reitend, hält sie in der linken Hand die Vase der Langlebigkeit, in der rechten den Vajra. Sie wird von ihren vier Schwestern umgeben, die ebenfalls auf deren Reittieren dargestellt sind. In der Mitte der obersten Reihe sitzt Amithaba, der Buddha des langen Lebens. Links von ihm Guru Rinpoche, rechts der Yogi Milarepa. Beide spielten wichtige Rollen in der Zähmung und Buddhifizierung von Tsheringma. Die beiden äußersten Figuren oben stellen Dakini dar, "Himmelsgeherinnen", die die Vergänglichkeit des irdischen Daseins aufzeigen. In der Mitte unten sitzt Men Tshogdag, eine mit Wohlstand assoziierte elefantenköpfige Gottheit.

 
Die Gottheiten des bar
Hut eines Mediums

Seidenbrokat mit Goldfadendekor, Applikationsstickerei, Baumwolle; Höhe 31 Zentimeter, Breite 28 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum Paro
Der Hut steht für eine ganz bestimmte Gottheit. Sobals ein Medium in Trance ihn aufsetzt, nimmt diese von ihm Besitz. Die Menschen können nun direkt mit dem Gott in Kontakt treten und zum Beispiel Auskunft über die Zukunft erhalten oder ihn um Unterstützung im Kampf gegen schädliche Einflüsse bitten.

 
Der Ablauf des Rituals
Shingkha

Tunika (shingkha), Wolle, Applikationen aus Wollstoff und Seide; Länge 121 Zentimeter, Breite 97 Zentimeter; Leihgabe aus dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Tuniken dieser Art werden heute nur mehr in der Region Kurtö von Frauen bei Ritualen für die Berggötter angelegt. Die Trägerinnen betonen, dass es keine Alltagskleidung ist. In vielen Dörfern dürfen sie nur von Frauen der bedeutendsten Familien getragen werden.

 
Der Ablauf des Rituals
Ritualkuchen

Ritualkuchen des Kriegers (magtor), ungebrannter Ton, Bemalung; Höhe 38 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Replika eines Ritualkuchens in Ton, der ursprünglich aus Teig hergestellt wurde. Das Objekt wurde von einem Mönch in Bumthang hergestellt. Es stellt eine kriegerische Gottheit dar, wie es bei den jährlichen Verehrungszeremonien verwendet wird. Diese Figur bietet der Gottheit im Verlauf des Rituals einen Körper.

 
Dörfliches Ritual
Tsen-Maske

Standmaske, Holz; Höhe 38 Zentimeter, Breite 29 Zentimeter; Leihgabe aus den National Museums & Galleries on Merseyside, Liverpool
 
Tsen-Darstellungen in Maskenform werden in Altarräumen aufbewahrt. Sie gelten hier als Beschützer der buddhistischen Lehre. Die Laienbevölkerung wenden sich auch um Schutz im realen Leben an sie.

 
Die Verehrung der Götter
Dolch

Griff: Messing, Klinge: Eisen; Länge 20 Zentimeter; Leihgabe aus einer Privatsammlung
Ritualdolche aus Eisen werden zum symbolischen Töten von Dämonen gebraucht.

 
Die Provinz Bumthang
Damaru

Knochen, Schlangenleder, Silber, Seide, Seidensamt, Baumwolle, Korallenimitat; Maße des Klangkörpers 9 x 6,5 Zentimeter; Leihgabe aus einer Privatsammlung
Beidseitig geschlagene Handtrommeln symbolisieren die gleichzeitige Existenz von Relativer und Absoluter Wahrheit. Sie begleiten den Lama in seiner Meditation, erfreuen den Gehörsinn der Götter oder rufen Gottheiten im Ritual herbei.

 
Das dörfliche Haus
Ritualdolch

Knochen; Länge 27 Zentimeter, Leihgabe aus einer Privatsammlung
Gänzlich aus Knochen geschnitzte Ritualdolche werden vor allem am Altar als Zierobjekte aufbewahrt oder kommen in geheimen Riten zum Einsatz.

 
Das dörfliche Haus
Tsheringma

Besonders im Parotal wird Tsheringma verehrt, eine mächtige Berggottheit, die sich im über 7000 Meter hohen Chomolhari verkörpert.

 
Götter und heilige Berge



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