Die Laya im Norden | Lebensgrundlage Yak

Lebensgrundlage Yak

Die Laya widmen sich überwiegend der Yakzucht, da der Großteil der Flächen des Hochlandes bestenfalls als Weideland nutzbar ist. Sie leben als Halbnomaden und verbringen nur einen kleinen Teil des Jahres in Häusern; die meisten Laya ziehen mit ihren Viehherden im Sommer in höher gelegene Gebirgsregionen und kehren erst mit Wintereinbruch in ihre Heimatregion zurück. Als Unterkünfte dienen ihnen während der warmen Jahreszeit Zelte aus versponnenem Yakhaar.

 

Die Yaks bilden die Lebensgrundlage dieser Hochlandbewohner im Norden Bhutans. Ihr Haar dient nicht nur als Zeltstoff, sondern wird auch zu Bekleidung verwoben, ihr Fleisch wird gegessen, ihre Milch zu Butter und Hartkäse verarbeitet, ihr Dung liefert Brennmaterial. Zudem werden die Yaks als Lasttiere eingesetzt und auf den wenigen Ackerflächen vor den Pflug gespannt.

 

 

Nicht alle Laya sind allerdings die Eigentümer ihrer Yakherden: Manche von ihnen sind gezwungen, für kargen Lohn das Vieh von Städtern oder von wohlhabenden Bauern aus Zentralbhutan zu hüten.

Im Frühherbst, noch bevor der erste Schnee die Gebirgsübergänge unpassierbar macht, wandern die Laya-Hirten in die Täler Zentralbhutans, wo sie ihre im Sommer erzeugten Milchprodukte sowie Yakfleisch auf Märkten verkaufen beziehungsweise gegen Reis und andere Nahrungsmittel, Salz oder handwerkliche Geräte eintauschen. In jüngerer Zeit verdrängt jedoch die Geldwirtschaft zunehmend den traditionellen Naturalientauschhandel. Bis 1959 unterhielten die Laya auch regen Handelsverkehr mit Tibet, dies ist jedoch seit der Schließung der Grenzen durch China unmöglich geworden.

Die Laya im Norden
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Der Osten Bhutans
Der subtropische Süden
West- und Zentralbhutan


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Unterwegs schlafen die Yakhirten im Freien nahe bei ihren Tieren. Decken mit Streifenmustern bieten dürftigen Schutz gegen die beißende Kälte.
Foto von Robert Dompnier


Das Leityak der Karawane ist zum Aufbruch bereit. Sein Schmuck lässt erkennen, dass es einem lokalen Berggott geweiht ist.
Foto von Christian Schicklgruber


Butter; Länge 48 Zentimeter, Durchmesser 23 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
10 bis 15 Kilogramm Butter werden zur Lagerung oder zum Transport in Schweinehaut eingenäht. Die Butter bleibt so sehr lange haltbar.


Korb, Bambus, Leder; Höhe 83 Zentimeter, Durchmesser 50 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum Paro
Tragbare Körbe dienen meist auch als Vorratsbehälter für Getreide im Haus oder in den Bergen.


Yakhaar, gefärbt; Länge 48 Zentimeter, Durchmesser 17 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Rot gefärbte Haarbüschel werden einem Tier der Herde in die Mähne und in den Schwanz geflochten, um es so als dem Berggott geweiht zu kennzeichnen.