Die Ausstellung in Leiden | Die Festungen - Mönche und Fürsten

Die Festungen - Mönche und Fürsten

Die mächtigen Klosterburgen, die politischen und religiösen Zentren des Landes, stehen im Mittelpunkt der Betrachtungen dieses Raumes, der zum Großteil von einem maßstabgetreuen Modell des Tongsa-Dzong eingenommen wird.

 
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Die Talschaften Bhutans werden von den Dzong, den mächtigen Klosterfestungen, dominiert. Diese repräsentieren die religiöse und politische Macht des alten theokratischen Regimes. Bis heute sind die Dzong ein Symbol nationaler Kraft und Einheit.
Zumeist auf Bergvorsprüngen am Talausgang erbaut, besaßen die Dzong zentrale strategische Bedeutung. Ein Teil des Gebäudekomplexes dient als Kloster für Mönche der Staatsreligion; die einzelnen Gebetshallen sind verschiedenen Gottheiten geweiht. Der andere Teil der Festung beherbergt die Distriktadministration. In früheren Zeiten befanden sich hier auch Lagerräume für die Tributleistungen der Bevölkerung.
In den Dzong konzentriert sich nach wie vor das politische, religiöse und künstlerische Leben des Landes.
Die Architektur der Dzong reflektiert das Universum. Der frei stehende Turm in der Mitte der Festung repräsentiert den Weltenberg Meru, wo die Götter mit ihrer unzerstörbaren Schöpferkraft wohnen. Als Achse des Kosmos verbindet der Turm die drei Ebenen Himmel, Erde und Unterwelt.
Bis heute prägt die traditionelle Dzong-Architektur die Erscheinungsform aller religiösen und säkularen Bauten in Bhutan. Wie vieles in Bhutan geht auch sie auf den Reichseiniger Shabdrung Ngawang Namgyel zurück, der im 17. Jahrhundert Dzong in den meisten Tälern des Landes errichten ließ.
 
Der Tongsa-Dzong ist die größte und wohl eindrucksvollste Klosterfestung Bhutans. Im Herzen des Landes gelegen, ist er die Schnittstelle zwischen den wichtigsten Nord-Süd- und West-Ost-Straßenverbindungen. In früheren Zeiten verliefen die Straßen direkt durch den Dzong. Dadurch konnte niemand ein Tal durchqueren, ohne dass der jeweilige Herrscher davon Kenntnis bekam.
Die Ursprünge des Tongsa-Dzong reichen bis zum Urgroßvater des Shabdrung ins 16. Jahrhundert zurück. Der Shabdrung selbst erweiterte die Festung beträchtlich, weitere Anbauten wurden in den folgenden Jahrhunderten vorgenommen. Vor der Etablierung der Monarchie war der Herrscher des Tongsa-Dzong einer der mächtigsten Männer im Land.
Der Tongsa-Dzong ist der Stammsitz der königlichen Familie. Der Kronprinz trägt bis heute den Titel des »Tongsa Pönlop« (Gouverneur von Tongsa).
Die Festung besteht aus vielen Plätzen und Höfen, die sich auf verschiedenen Ebenen um den Bergvorsprung anlagern. Innerhalb der massiven und unerklimmbaren Mauern liegen die Gebäude der Verwaltung um einen zentralen Hof, der durch ein Tor von dem klösterlichen Teil der Festung getrennt ist. Die heiligen Bauten werden von goldenen Zinnen gekrönt, die das Banner des Sieges tragen. Heute leben etwa 350 Mönche und Novizen im Kloster.