Götter und heilige Berge | Beseelte Natur | Die Verehrung der Götter | Dörfliches Ritual

Das dörfliche Ritual

Einmal im Jahr oder zumindest jedes zweite Jahr verlangt die Schutzgottheit eines Dorfes ihre Verehrung durch die gesamte Dorfgemeinschaft. Jeder Haushalt muss mit zumindest einem Mitglied bei diesen Zeremonien vertreten sein. Es ist notwendig, dass der Berggott bei seiner Verehrung das ganze Dorf in Harmonie vereint sieht.

 

 

Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein für den Gott errichteter Schrein, der Wohnort des Gottes mitten unter den Menschen. Eine wichtige Rolle spielen in vielen Dörfern auch die rituellen Handlungen im Dorftempel. Auch hierin zeigt sich wieder die Aufnahme alter religiöser Vorstellungen und Praktiken in das Glaubenssystem des monastischen Buddhismus.

Die Teilnahme an diesem Ritual verlangt nicht nur die physische Anwesenheit einer Person jedes Hauses, sondern auch einen Beitrag in Form von materiellen Gaben und Arbeitseinsatz. Ein großer zeremonieller Opferkuchen (torma*) an die Gottheit und auch die Verköstigung aller mitwirkenden Lamas während dieses oft dreitägigen Festes fordern mehrere Kilo Reis, große Mengen Butter und verschiedenste Feldfrüchte.

Der immer stärker werdende Einfluss des Buddhismus machte auch eine Geldspende notwendig: Der Gott verlangt auch Fleisch. Wurde früher ein Tier geschlachtet, so wird Fleisch heute am Markt gekauft. Zur Durchführung der Zeremonie auf dem Gemeinschaftsland des Dorfes muss für die Priester und einen temporären Altar, auf dem die Torma* aufgestellt werden, eine Hütte errichtet werden. Dafür ist jedes Jahr ein anderer Haushalt zuständig.

Die Geschichte Bhutans
Die Religion Bhutans
Götter und heilige Berge
.  Guru Rinpoche
.  Beseelte Natur
.  .  Göttliche Landschaft
.  .  Heilige Männer, ..
.  .  Die Götter im Alltag
.  .  Die Verehrung der ..
.  .  .  Dörfliches Ritual
.  .  .  .  Der Ablauf des ..
.  .  .  Die Hauszeremonie
.  .  .  Das Bergritual


Top |  Home |  Sitemap |  Suche |  Glossar |  Die Objekte |  Führung  |  Hilfe

Ritualkuchen des Kriegers (magtor), ungebrannter Ton, Bemalung; Höhe 38 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Replika eines Ritualkuchens in Ton, der ursprünglich aus Teig hergestellt wurde. Das Objekt wurde von einem Mönch in Bumthang hergestellt. Es stellt eine kriegerische Gottheit dar, wie es bei den jährlichen Verehrungszeremonien verwendet wird. Diese Figur bietet der Gottheit im Verlauf des Rituals einen Körper.


Jeder Haushalt muss bei der Dorfzeremonie durch eine Person vertreten sein. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ein Mann oder eine Frau daran teilnimmt.
Foto von Christian Schicklgruber