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Dramar Pelzangs Zorn

Für die Lokalgottheit Dramar Pelzang musste in den letzten Jahren insgesamt dreimal ein neues »Haus« (tsenkhang*) gebaut werden.

Die ersten Schwierigkeiten tauchten Ende der Siebzigerjahre auf, als die Überlandstraße angelegt wurde. Bis dahin folgte der alte Saumpfad dem Ufer des Flusses, und sowohl das Dorf als auch das Geisterhaus der Lokalgottheit lagen oberhalb dieses Weges. Die neue Straße hingegen verlief oberhalb des Tsenkhang*, und nachdem sie 1981 fertiggestellt worden war, machte sich die Überzeugung breit, dass der von den Autos aufgewirbelte Straßenstaub das kostbare Bauwerk beschmutze und dadurch den Schutzgott beleidige. Dies – so die Ansicht der lokalen Bevölkerung – müsse Unglück über Rukubji bringen.

 

 

Auf den Rat des lokalen Priesters beschlossen die Dorfbewohner, einen neuen Tsenkhang* an einem sichereren Ort am gegenüber liegenden Berg weit oberhalb der Straße zu errichten. In Zusammenhang mit einer allgemeinen Missernte wurde das Geisterhaus aber 1984 erneut an eine andere Stelle transferiert.

Im Jahr 1990 starben zwischen März und Oktober sechs Personen an verschiedenen Krankheiten. Man gelangte nun zu der Ansicht, dass die Gottheit ungehalten über die häufige strategische Verlegung seines Hauses war.

Aufgrund der Verschärfung der Situation und der Bedrohung von Menschenleben zogen die Bewohner von Rukubji nicht wieder den lokalen Priester zu Rat. Man entschied sich in dieser unglücklichen Situation, den Oberabt des Klosters Gangte im benachbarten Phobjika-Tal zu konsultieren. Er riet den Bewohnern von Rukubji, das Geisterhaus für Dramar Pelzang an seinen ursprünglichen Ort unterhalb der Autostraße zurückzuversetzen, von wo es 1981 nach Fertigstellung der Straße entfernt worden war. Während die früheren Versionen schlicht aus einem von einer Gebetsfahne bekrönten Steinhaufen bestanden hatten, ist der nunmehrige Tsenkhang* ein echtes Bauwerk in Gestalt eines kleinen Tempels.

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Diese neue Heimstatt für Dramar Pelzang wurde nach jahrelangen Problemen Anfang der Neunzigerjahre in Rukubji erbaut.
Foto von Marc Dujardin


An der linken Wand des Dorftempels ist der Schutzgott Dramar Pelzang zu sehen.
Foto von Marc Dujardin