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Pema Lingpa Zoom

Pema Lingpa, der Schatzfinder

Pema Lingpa (1450-1521), ein bhutanischer Kleriker, war einer der bekanntesten auserwählten »Schatzfinder«. Er wurde in eine Abstammungslinie von tantrischen Priestern der Nyingmapa-Schule geboren, die zu den angesehensten des östlichen Himalaya gehörte. Er sollte zu einem der berühmtesten heiligen Männer Bhutans werden, dessen religiöses Erbe bis heute das spirituelle Leben des Königsreiches prägt.

Seine Reinkarnationslinie führt über die größten Lamas der Nyingmapa*-Schule bis zu Guru Rinpoche selbst zurück. Pema Lingpa akzeptierte Lamas und gelehrte Menschen nie als geistige Lehrer. All sein Wissen wurde ihm in Träumen und Visionen von Guru Rinpoche selbst gegeben. Pema Lingpa vertrat daher die reinste Form der Lehre des Guru.

Der Nachlass Guru Rinpoches

In Träumen führte Guru Rinpoche Pema Lingpa zu vielen seiner »Schätze« (terma*). Diese bestanden neben Statuen und Ritualgegenständen vor allem aus heiligen Schriften. Zu Lebzeiten des Meisters war die Menschheit noch nicht fortgeschritten genug, alle seine religiösen Einsichten auch zu verstehen. Sobald die Zeit reif war, führte der Guru geeignete Männer in Visionen und Träumen zu diesen »Schätzen«. Die »Schatzfinder« (tertön*) bargen diese Schätze und übertrugen sie aus der geheimen »Schatzsprache« in die ihrer Zeit.

Die von Pema Lingpa auf diese Art hinterlassenen Schriften füllen über zwanzig Bände. Viele seiner Rituale werden bis heute zum Wohle des Staates durchgeführt.

Einer der Schätze, die Pema Lingpa entdeckte, enthielt eine Liste mit Gottheiten vorbuddhistischer Religionen. Pema Lingpa konnte sie alle magisch unterwerfen. Da er auch die korrekte Durchfürung der Riten für diese Gottheiten aus den Schriften erfuhr, erlangte er in vielen Gebieten eine überaus wichtige Position.

 


Pema Lingpa, der Dämonenbezwinger

Wie alle großen Lamas vor und nach seiner Zeit war auch Pema Lingpa häufig auf Reisen. Große Lehrer mussten besucht, der Buddhismus verbreitet, Schüler unterwiesen, Tempel erbaut und Almosen erbeten werden. Auf diesen ausgedehnten Streifzügen durch das Land traf Pema Lingpa immer wieder auf die alteingesessenen Berggötter. Einige Gottheiten wollten die Verbreitung des Buddhismus oder auch den politischen Einfluss der Lamas bekämpfen und stellten sich dem buddhistischen Heiligen in den Weg. Gegen die magischen Kräfte ihres Gegenspielers konnten sie jedoch nicht lange bestehen.

Das Versprechen der Reinkarnation

Nach einem langen und ereignisreichen Leben war im Jahr 1521 die Zeit gekommen, diese Welt zu verlassen. Von seinen Fähigkeiten überzeugt, viele Seelen aus dem Kreislauf der Wiedergeburten befreien zu können, versprach Pema Lingpa noch am Totenbett, nicht ins Nirvana eingehen zu wollen, sondern sich weiter zu reinkarnieren.

Seine leiblichen Söhne und weitere Nachfahren waren bei der lokalen Aristokratie als Schwiegersöhne sehr begehrt. Aus dieser Verbindung von alteingesessenem Erbadel mit der Elite des geistigen Lebens entstand eine neue Qualität von Adel, dessen Angehörige schon bald auch in der Zentralregierung eine wichtige Rolle zu spielen begannen.

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Pema Lingpa, der große Schatzfinder der Nyingmapa, auf einer Wandmalerei in dem von ihm erbauten Kloster Tamshing in Bumthang. Er trägt den Hut, der traditionell Guru Rinpoche zugeordnet wird.

 

In Träumen und Visionen wies Guru Rinpoche seiner Reinkarnation Pema Lingpa den Weg zu verborgenen Schätzen. Dieser war einer der wenigen, die auf ihrem Weg zur Erleuchtung weit genug fortgeschritten waren, diese Funde zu verstehen und im Sinne des Lehrmeisters zu verwenden.


Eine zugegeben eher schwierig erkennbare Felszeichnung, die Pema Lingpa darstellt.