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Das Weltenmodell

Die religiöse Tradition Asiens sieht den Kosmos aus drei vertikalen Stufen aufgebaut. Dieses Welterklärungsmodell (lha btsan klu rigs gsum) weist jeder von den drei Ebenen eine bestimmte Kategorie Götter zu.


 
Das Weltenmodell Zoom


Die Anhänger des Vajrayana-Buddhismus sehen in der obersten Welt (gnam), dem Himmel, die »Himmelsgötter« (gnam ki lha). Der Zugang zu ihnen ist nur in fortgeschrittenen Meditationsstufen möglich. Diese Götter haben mit dem Leben der Menschen nur mehr wenig gemein. Wer an sie glaubt und sich in Gebeten an sie wendet, kann auf ihre Hilfe hoffen, aber ansonsten zeigen diese Götter wenig Interesse am täglichen Tun der Menschen. Nur wer sich nach seinem Tod den Eintritt in eines der buddhistischen Paradiese verdient hat, kann sich ihrer Nähe erfreuen.

Die mittlere Ebene (bar*) teilen sich die Menschen mit Gottheiten, die den weltlichen Bereich noch nicht verlassen haben (jig rten ba'i lha). Diese Gottheiten sind meist älter als der Buddhismus. Die meisten von ihnen wurden aber von großen buddhistischen Heiligen magisch besiegt und zu Beschützern des Buddhismus und seiner Anhänger gemacht. Diese Gottheiten tragen oftmals beinahe menschliche Charakterzüge: Sie können böswillig, herrschsüchtig und eifersüchtig, aber auch wohlwollend und fürsorgend sein.

Auf der untersten Ebene (og) sind schlangenhafte Wesen (lu*) angesiedelt. Sie leben in Seen oder Flüssen, oftmals in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Menschen. Sie gewähren den Menschen Fruchtbarkeit - allerdings nur, wenn ihre Orte nicht verunreinigt werden und ihre Ruhe nicht gestört wird. Wie die Götter der mittleren Ebene wurden sie in das buddhistische Pantheon integriert, behielten aber ihren potenziell gefährlichen Charakter.

Auf der Ebene des bar*, das Menschen und Götter gleichermaßen bewohnen, wirken die Yül lha, die »Gottheiten des Territoriums«, auf das Leben der menschlichen Gemeinschaft am nachhaltigsten ein.

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Thangka; synthetische Farbe auf Leinwand; 173 x 116 Zentimeter; 20. Jahrhundert
Dieses Rollbild wurde als Auftragsarbeit des Völkerkundemuseums Wien speziell für die Ausstellung »Bhutan - Festung der Götter« angefertigt.


Die Himmelsgötter haben mit den menschlichen Belangen nicht mehr viel zu tun.


Die Menschen teilen sich ihren Lebensraum mit den Göttern des bar*.


Auf der untersten Ebene wohnen schlangenhafte Wesen, die dem Menschen potenziell gefährlich sind.