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Tanz der Schwarzhutmagier

Bevor die Tänze beginnen, muss das Gleichgewicht zwischen Mensch und Universum wiederhergestellt werden. Dies ist die erste unabdingbare Aufgabe der Schwarzhuttänzer, die Tantriker mit übernatürlichen Kräften darstellen. Mit ihren Tanzschritten vertreiben sie die bösen Geister und reinigen den Ort des heiligen Geschehens von allen schädlichen Einflüssen.

 
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Der Tanz der Schwarzhutmagier erzählt auch die Geschichte des tibetischen Königs Langdarma, der sich im neunten Jahrhundert gegen den Buddhismus verschworen hatte und der vorbuddhistischen Bön*-Religion wieder zum Durchbruch verhelfen wollte. Langdarma ließ Buddhisten verfolgen und töten. Eines Tages mischte sich der Mönch Pelkyi Dorje unter eine Gruppe von Tänzern, die vor Langdarma tanzten. In den weiten Ärmeln seines Kostüms hatte er Pfeil und Bogen versteckt, mit denen er im Verlauf des Tanzes den König tötete. Durch diese Tat konnte der Buddhismus wieder aufblühen, für die Menschen war der Weg zur Erleuchtung wieder frei. Das Gute hatte über das Böse gesiegt.

Die Zerstörung des Bösen

Im Rahmen der Schwarzhuttänze wird alles Schlechte magisch zerstört. Für Bauern sollen dadurch Unwetter oder Krankheiten des Viehs abgewendet, Mönche sollen von keinerlei störenden Einflüssen in ihrer Meditation geplagt werden. Auch das Land selbst soll vor Naturkatastrophen oder Seuchen verschont bleiben.

Ein Lama formt eine kleine Figur aus Teig, die als Sündenbock dient und geopfert wird. Dieses personifizierte Böse soll durch Magie zerstört werden.

 

 

Vier Hüter des Leichenackers betreten den Tanzplatz. Jeder hält ein Ende einer symbolisierten Menschenhaut, auf der in einem dreieckigen Kästchen der Sündenbock getragen wird. Er wird im Zentrum des Platzes niedergestellt. In einem weiten Kreis umtanzt es die Gruppe der Schwarzhuttänzer, die vier Leichenackerwächter bilden einen inneren Kreis. Plötzlich springt der Anführer der Schwarzhuttänzer auf die Figur zu und zerstört sie mit einem Ritualdolch. Gelingt diese Aktion, steht ein gutes Jahr bevor – bis zum nächsten Tshechu*.

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Nach der meditativen Vorbereitung im Tempel betreten die Schwarzhuttänzer den Platz. Mit aufgeregter Spannung werden sie vom Publikum erwartet.
Foto von Christian Schicklgruber


Beim Tanzen schlagen die Schwarzhutmagier ihre Trommeln und verkünden damit den Sieg über die bösen Geister.
Foto von Christian Schicklgruber


Im Mittelpunkt des Tanzplatzes liegt eine kleine Teigfigur, die alles Böse darstellt. Sie wird von einem Tänzer zerstört werden.
Foto von Christian Schicklgruber


Der Clown untersucht, ob die Zerstörung des Bösen auch gelungen ist. Oftmals ahmen Clowns auf karikierende Weise ernste und bedeutungsvolle rituelle Akte nach.
Foto von Christian Schicklgruber