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Die Sünden König Sendharkhas

Gegen Ende des achten Jahrhunderts regierte König Sendharkha ein kleines Reich in der heutigen Provinz Bumthang in Zentralbhutan. Als sein Sohn in einer Schlacht fiel, machte Sendharkha hierfür Shelging Karpo verantwortlich, den Schutzgott seiner Abstammungslinie. Aus Zorn ließ der König alle heiligen Stätten Shelging Karpos verunreinigen. Dieser rächte sich aber, indem er Sendharkha langsam die Lebenskräfte entzog. Der König erkrankte daraufhin schwer.

In dieser Situation konnte nur mehr Guru Rinpoche helfen, von dessen Ruf als Dämonenbezwinger auch Sendharkha gehört hatte. Zu dieser Zeit weilte der Guru mit seiner tantrischen Partnerin Mandarava, einer Dakini*, in Nepal und praktizierte in der Höhle von Maratika geheime Rituale.

Der Ritt auf dem Tiger

Hier erreichte ihn der Ruf, nach Bumthang zu reisen und Shelging Karpo zu besiegen. Gestärkt durch die tantrischen Rituale, in denen ihm Buddha Amitayus Macht und Einsicht vermittelt hatte, flog Guru Rinpoche in der Emanation des Dorje Drolö - auf einer Tigerin reitend - nach Bhutan. Dort meditierte er drei Monate lang in einer Höhle hoch über dem Paro-Tal. An dieser Stelle steht heute das Taktsang- oder »Tigernest«-Kloster, einer der heiligsten Orte des Landes.

 


Sieg über Shelging Karpo

Erst dann reiste der Guru weiter nach Bumthang. Auch hier zog er sich zuerst in eine Felsenhöhle zurück, um zu meditieren. Dabei erzeugte sein Körper so viel Energie, dass sich dessen Umrisse in den Stein einprägten. Später errichtete man an diesem Ort den dem Guru geweihten Kurje-Lhakang-Tempel, eines der bedeutendsten Klöster Bhutans.

In einem magischen Kampf besiegte Guru Rinpoche schließlich den böswilligen Shelging Karpo und zähmte ihn. Sendharkha wurde wieder gesund, und auch sein Reich blühte wieder auf. Der König schloss sich der neuen Religion des Buddhismus an. Wie in Tibet reiste Guru Rinpoche auch in Bhutan durch das Land, verbreitete den Buddhismus und bezwang in zahlreichen Auseinandersetzungen viele lokale Naturgottheiten, die er in das buddhistische Glaubenssystem integrierte.

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Ausschnitt aus einer Wandmalerei auf Stoff; 19. Jahrhundert; 245 x 121 Zentimeter; Leihgabe des Völkerkundemuseums der Universität Zürich


Ausschnitt aus einer Wandmalerei im Guru-Tsengye-Lhakang
Als Dorje Drolö verkörpert sich Guru Rinpoche als Beschützer und Dämonenbezwinger. Die Handgeste der aufwärts gerichteten Rechten mit dem Vajra und der nach unten zeigenden Linken mit dem Ritualdolch verweist auf seine Gewalt über die oberen Götter und die unteren Dämonen. Der Ritualdolch aus Eisen zeigt dessen Verwendung in aktiver Tätigkeit. Die abgeschlagenen Dämonenköpfe an der Girlande betonen eindrucksvoll seine Macht über diese Numen.
Der Name Dorje Drolö ist unübersetzbar, er stammt aus der geheimen Sprache der Dakini*.

Taktsang, das »Tigernest«
Über der Höhle, in der Guru Rinpoche nach seiner Ankunft in Bhutan meditierte, wurde im 16. Jahrhundert das Taktsang-Kloster erbaut. Im Jahr 1998 brannte es vollständig nieder.