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Sendharkhas Frevel

Sendharkha, der König eines kleinen Reiches im heutigen Bumthang, führte mit mehreren benachbarten Königreichen Krieg. In einer Schlacht mit seinem südlichen Nachbarn, dem König Nahuche, fiel sein Sohn. Der König war über den fehlenden Beistand seines Schutzgottes Shelging Karpo (wörtlich: »weißes Kristallskelett«) so erzürnt, dass er seinem überweltlichen Beschützer jegliche Opfergaben versagte. Darüber hinaus befahl er sogar, all seine geheiligten Aufenthaltsorte mit Exkrementen zu verunreinigen.

Daraufhin versammelten sich alle lokalen Schutzgottheiten in einer Höhle mit dem Namen »Diamantenzelt« und beschlossen, Sendharkhas Frevel zu bestrafen. Der mächtigste unter den anwesenden Göttern bestimmte, dass alle Götter und Dämonen von nun an über die Lebenskraft (la) des Königs verfügen dürften.

Der König wurde darauf schwer krank. Keine Medizinen und keine Zeremonien halfen.

Der Ruf nach dem Magier

Guru Rinpoche war Sendharkhas letzte Hoffnung; er sollte den Schutzgott unterwerfen und die Lebenskraft des Königs zurückgewinnen.

Sieben Gefäße voller Goldstaub, die ihm als Geschenk angeboten wurden, erleichterten dem Guru die Entscheidung, nach Bumthang zu kommen, um den König zu retten. Er stellte jedoch noch eine zusätzliche Forderung: Er brauche eine tantrische Partnerin, die eine Dakini* sein müsse. Der König bot ihm eine seiner vier Töchter an. Unter den vieren war wirklich eine, die alle 21 Zeichen einer Dakini* trug.

Der Kampf mit Shelging Karpo

Mit ihr weilte Guru Rinpoche im »Diamantenzelt«. Immer wieder sandte er seine Gefährtin mit einer prächtigen, glänzenden Vase (bumpa) zu einer nahen Quelle hinter der Höhle, um Wasser zu holen. Schon länger hatte Shelging Karpo sie dabei beobachtet. Eines Tages verwandelte er sich in eine Schlange, um sie zu fangen. Kurz bevor er sie erreichte, fing sich ein Sonnenstrahl in der Vase und wurde in die Augen der Schlange reflektiert, sodass Shelging Karpo geblendet war. Diesen Moment nützte der Guru. Er verwandelte sich in den mythologischen Vogel Garuda*, ergriff die Schlange mit seinen Krallen und drohte sie zu vernichten. Da schwor der Gott, sowohl dem König seine Lebenskraft zurückzugeben als auch für alle Zeiten die buddhistische Lehre und ihre Anhänger zu beschützen.

Ein kleines Metallkistchen enthielt die La Sendharkhas. Guru Rinpoche überreichte sie dem König und forderte von ihm, sich mit seinem indischen Feind König Nahuche zu versöhnen. In der Tat wurden die beiden Herrscher gute Freunde, und der Guru sagte voraus, dass sie sich in ihrem nächsten Leben im Paradies wieder treffen würden.

Bis heute wird dem Wasser aus der Quelle, bei der Shelging Karpo besiegt wurde, Heilkraft zugesagt.

 
Shelging Karpo Zoom
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Shelging Karpo, die Schutzgottheit von Bumthang
 
Wandmalerei in der Eingangshalle zum Kurje-Tempel in Bumthang


Garuda, Ausschnitt aus: Pferdeschmuck; Silber, Feuervergoldung, Leder; Höhe 48 Zentimeter, Länge 17 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum Paro
 
Der Schmuck für den Kopf eines königlichen Pferdes zeigt neben Rankenwerk buddhistische Glückssymbole, Drachen, Phönixe und den mythologischen Göttervogel Garuda. Garuda gilt auch als Beschützer der buddhistischen Lehre. Meist ist er mit einer Schlangengottheit im Schnabel dargestellt.


Bumpa, Silber, partielle Feuervergoldung, Pfauenfedern; 19. Jahrhundert; Höhe 46 Zentimeter; Leihgabe aus dem Paro-Dzong
 
Ritualvasen dieser Art werden mit parfümiertem Wasser gefüllt. Der Weihwedel läuft in ein Goldmedaillon aus. Mit diesem versprengt der Lama* das heilige Wasser, oder er träufelt es Gläubigen in deren rechte Hand.