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Berufung nach Tibet

Im achten Jahrhundert weilte der buddhistische Gelehrte Shantarakshita bei dem tibetischen König Trisongdetsen, der den Buddhismus in seinem Land verankern wollte. Tibet stand zu dieser Zeit stark unter dem Einfluss mächtiger und oft böswilliger Naturgottheiten, die dies verhindern wollten - diese Konfliktsituation hatte natürlich auch politische Hintergründe, da die Widersacher des Königs ihre Macht durch die neue Religion gefährdet sahen.

Shantarakshita riet dem König, Guru Rinpoche ins Land zu holen, der als einziger in der Lage schien, mit diesen überwältigenden negativen Kräften fertig zu werden und den Buddhismus unter den Himalaya-Bewohnern zu verbreiten, die von philosophisch-moralischen Argumenten allein nur schwer zu überzeugen waren.

Die Verschmelzung der Religionen

In Tibet angekommen, schritt Guru Rinpoche unverzüglich ans Werk und besiegte eine große Anzahl vorbuddhistischer Naturgottheiten. Dadurch aber, dass er diese Götter nach deren Niederlagen aber weder zerstörte noch vertrieb, gelang ihm eine einzigartige Verbindung von alten Glaubensinhalten mit dem Buddhismus. Guru Rinpoche verpflichtete die besiegten Götter durch einen Eid, in Hinkunft die Menschen und den Buddhismus zu beschützen: Nicht zuletzt darauf ist wohl die rasche Akzeptanz dieser neuen Religion unter der Bevölkerung des Himalaya zurückzuführen. Die alten Götter blieben und fanden im Glaubenssystem des Buddhismus einen neuen Platz.

In diesem Vorgehen des Guru zeigt sich auch ein wesentliches Element tantrischer Heilslehre. Negative Energien werden nicht zerstört oder verdrängt, sondern wandeln und sublimieren sich zu hilfreichen Triebkräften auf dem Weg zur Erlösung. Auch hierin zeigt sich im Tun des Guru gelebte buddhistische Philosophie.


Bald nach seiner Ankunft in Tibet wurde Yeshe Tshogyel*, eine ehemalige Gemahlin des Königs Trisongdetsen, die ständige Begleiterin Guru Rinpoches. Sie wurde als Emanation einer tantrischen Dakini* der höchsten Klasse seine yogische Partnerin. Sie war es auch, die die Lehrreden des Guru schriftlich niederlegte und seine bekannteste Biografie verfasste.

Viele dieser Schriften waren der damaligen Zeit weit voraus. Sie wurden daher als Schätze (terma*) versteckt, um von Schatzfindern (tertön*) gefunden zu werden, sobald die Zeit reif dazu war. Aus diesem Grund ist diesem apokryphen Schrifttum heute noch die reine und unverfälschte Lehre Guru Rinpoches zu entnehmen.


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Standmaske, Holz; 17. Jahrhundert; Höhe 44 Zentimeter; Leihgabe von Josette Schulmann
Eine Darstellung von Guru Padma Gyalpo, dem Aspekt Guru Rinpoches, der ihn als »Lotuskönig« zeigt. So spendet er seinem Volk geistige und materielle Gaben.


Yeshe Tshogyel, die Emanation einer mächtigen Dakini*; Ausschnitt aus einer Wandmalerei aus Stoff; 19. Jahrhundert; 245 x 121 Zentimeter; Leihgabe aus dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Viele bildliche Darstellungen zeigen neben Guru Rinpoche seine wichtigsten tantrischen Partnerinnen Yeshe Tshogyel* und Mandarava.