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Torma aus Edelmetall Zoom

Rituelle Teigfiguren

Die Götter des Himalaya nehmen in vielen Formen einen materiellen Körper an. Neben Statuen oder Gemälden werden ihnen von Gläubigen auch oft kunstvolle, meist aus Teig und Butter gefertigte Körper angeboten. Seltener werden diese Torma* aus edlen Metallen hergestellt.

In der Torma* nimmt eine Gottheit Platz, um bei dem Ritual anwesend zu sein. Nach Ende der Zeremonie wird sie von einem Lama mit einer eigenen rituellen Technik wieder aus dieser Form entlassen.

Neben der Darstellung einer Gottheit kann eine Torma* auch als Opfergabe an eine bestimmte Gottheit dienen oder zur Vertreibung böser Geister nach einem Ritual benutzt werden. Die Initiationstorma, auch Wangtor genannt, wiederum verkörpert die Gottheit selbst und vermittelt Initiation, sobald der Schüler sie vom Lehrer aufs Haupt gelegt bekommt. Wieder andere Torma* dienen zur Speisung der Götter.

Für jede Gottheit gibt es eine eigene Darstellungsweise, die durch Form und Farbe gekennzeichnet ist. So werden mit weißen, kegelförmigen Torma* friedliche Gottheiten wiedergegeben, zornige Götter hingegen mit roten, dreieckigen Formen.

Dreieckige und gewöhnlich rot gefärbte Torma* werden oft als Waffen benutzt und am neunten, 19. und 29. Tag des Monats an Wegkreuzungen weggeschleudert, um böse Geister zu verjagen. Sowohl der genaue Zeitpunkt als auch die Richtung des Wurfes werden vorher von Astrologen festgesetzt.

Gestaltung, Materialien und Herstellungsweise der Torma* richten sich teilweise nach dem, was regional erhältlich ist. In Bhutan werden die Teigfiguren meist aus Gerstenmehl oder gekochtem Reis geformt, gelegentlich unter Zugabe der »Fünf Kostbaren Metalle«, der »Fünf Getreidesorten« oder der »Sechs Aromatischen Substanzen«. Die Beigabe der »Fünf Getreide« soll Armut und Hunger vertreiben, während die »Sechs Aromastoffe« gegen Krankheit und Epidemien wirken. Um bestimmte Kräfte zu erlangen, mischt man drei weiße Substanzen (etwa Butter, Milch und Käse) oder drei süße (etwa Zucker, Honig und Melasse) bei.

 

 

 

Alljährlich werden am 29. Tag des letzten Monats in vielen Tempeln, Klöstern und Klosterburgen die Torma* zeremoniell zerstört, an manchen Orten begleitet von Tänzen. Diese Torma* enthalten alles Unglück und Böse in der Gemeinschaft, und mit ihnen wird alles Negative des abgelaufenen Jahres vernichtet.

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Torma werden in der Regel aus geröstetem Gerstenmehl hergestellt und mit Mustern aus Butter geschmückt. Ihre Formen und Farben richten sich nach den angesprochenen Göttern und dem Zweck der Handlung.
Foto von Christian Schicklgruber


Torma (tshetor), Silber mit partieller Feuervergoldung, Korallen, Türkis; 19. Jahrhundert; Höhe 38 Zentimter, Länge 19,5 Zentimeter; Leihgabe aus dem Paro-Dzong
Opfergabe, die eine langes Leben gewähren soll. Verziert unter anderem mit den acht Glückssymbolen des Buddhismus, steht im kreisrunden oberen Teil in Lanzaschrift die Keimsilbe Hrih des Amitayus*. Durch die Rezitation dieser Silbe nimmt Amitayus* aus dem Bereich der gestaltlosen Leere Form an. An der Spitze stehen Sonne und Mond, Symbole für Weisheit und Methode.


Jede Schule des Buddhismus hat alte Traditionen zur Herstellung von Torma*, die derart fest verwurzelt sind, dass ein Lama mit einem Blick auf die Figur genau sagen kann, um welche Schule und welches Ritual es sich im Einzelfall handelt.
Zeichnung von Mynak Tulku