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Das Vajrayana

Im Hinayana- und im Mahayana-Buddhismus führt die ständige Ansammlung karmischer Verdienste im Laufe vieler Existenzen zu einem Leben, in dem die Erleuchtung erreicht werden kann. Das Vajrayana oder »Diamanten-Fahrzeug« bietet einen Weg, der innerhalb eines Lebens zur Erleuchtung führen kann. Tief greifende Bewusstseinsveränderung durch yogische Methoden und Rituale sollen zu Einsichten führen, die jenseits des diskursiven Denkens liegen.

Eine tragende Rolle spielen die Prinzipien von »Methode« (upaya*) und »Weisheit«(prajna*). Methode bedeutet dabei die Verwirklichung des Heils, die Praxis von »tätigem Mitgefühl« (bodhicitta). Weisheit bezeichnet die unmittelbare Einsicht in die wahre Natur der Wirklichkeit.

 



Beide Prinzipien, Weisheit und Methode, sind gleichwertig und bedingen einander. Die Weisheit lehrt, dass das Wesen des eigenen Ichs im Grunde leer ist und selbstbezogenes Handel daher inhaltslos sein muss. Daraus folgt die tätige Hinwendung im »Großen Mitgefühl« zu allen Lebewesen mit dem Ziel, sie aus dem Leid zu befreien. Dieses Mitgefühl – also die Methode – führt wiederum zur Weisheit.

Meditation und rituelles Handeln streben nach einer mystischen Vereinigung dieser beiden Prinzipien, die auf verschiedenste Weisen symbolisch ausgedrückt werden. In der Ikonographie stehen männliche Gottheiten für die Methode und weibliche für die Weisheit, In der Ritualpraxis symbolisiert der Diamantenzepter (vajra*) die Methode und die Glocke die Weisheit. Mit ihrer Vereinigung entsteht im Menschen die Einsicht, dass alle Dualitäten der relativen Wahrheit entstammen und dass in der absoluten Wahrheit Subjekt und Objekt, Innenwelt und Außenwelt, Nirvana und Samsara* eins sind und leer.

Nur wer diese Einsichten in Meditation erfährt, gelangt zur Erleuchtung.

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Ziel der tantrischen Praxis ist es, die Dualität aufzuheben. Dies wird in der Ikonographie durch die Vereinigung einer männlichen mit einer weiblichen Gottheit dargestellt, im Ritual durch bestimmte Handbewegungen mit einem Diamantenzepter in der rechten und mit einer Glocke in der linken Hand.


Diamantzepter (in Sanskrit vajra*, in Tibetisch dorje), Messing; Länge 14 Zentimeter, Breite 4,5 Zentimeter; Leihgabe aus einer Privatsammlung
Als Ritualgerät in tantrischen Riten verwendet, versinnbildlicht der Vajra die »Methode« (upaya*), das selbstlose Wirken zum Wohle aller Lebewesen. In Ritualen wird er als das männliche Prinzipip in der rechten Hand geführt, als Symbol des weiblichen Prinzips der Weisheit hält der Lama eine Glocke (drilbu) in seiner Linken. Bestimmte Handgesten symbolisieren die Vereinigung von Methode und Weisheit und die Aufhebung der Gegensätze in der Erkenntnis der Leerheit aller Erscheinungen. Dieser Zustand der Überwindung des Denkens in Zweiheiten wird in der kugelförmigen Mitte sichtbar.


Glocke und Vajra zählen zu den wichtigsten rituellen Instrumenten des Vajrayana-Buddhismus.