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Die Schulen des Vajrayana

Das »Diamanten-Fahrzeug« gliedert sich in verschiedene Schulen – es ist besser, von Schulen als von Sekten zu sprechen, da es im Buddhismus keine Orthodoxie gibt.

Die vier großen Richtungen sind die Nyingmapa*, die Sakyapa, die Kagyüpa und die Gelugpa*.

Viele Jahrhunderte lang gab es heftige, auch gewaltsame politisch motivierte Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der verschiedenen Lehren. Heute prägt sie eine friedliche Koexistenz.

Alle vier Hauptschulen mit all ihren Unterschulen verehren die Textsammlungen des Kanjur* und Tenjur* als die wichtigsten schriftlichen Quellen.

Die Nyingmapa

Diese älteste Schule (»nyingma« bedeutet in Tibetisch »alt«) geht auf Guru Rinpoche zurück. Ihre esoterischen Lehren wurden von Dakinis übermittelt und gelten so als Offenbarungen des Buddha Samantabhadra.

Wichtiges Schrifttum dieser Schule sind Terma*, heilige Texte, die von großen Lamas und Heiligen versteckt worden waren und - sobald die Zeit reif für ihr Verständnis war - von »Schatzfindern« (tertön*) gefunden wurden. Die Nyingmapa legen großes Gewicht auf die meditative Erfahrung und auf magische und mystische Praktiken.

Jigme Singye Wangchuck, der König Bhutans, ist ein Anhänger der Nyingmapa-Schule.

 

 

Die Kagyüpa

Begründer dieser seit dem zwölften Jahrhundert mehrfach verzweigten Schule war Marpa (1012-1097). Der Name Kagyü bedeutet »ununterbrochene, fortlaufende Unterweisung«. Seit Buddha Vajradhara diese Überlieferung offenbarte, wurde sie vor allem vom Lehrer an den Schüler mündlich weitergegeben. Diese tantrische Tradition ist so von einem geheimen Charakter geprägt.

Als wichtige Quelle für diese Lehre gelten die »hunderttausend Gesänge« des berühmten Yogi Milarepa, die dieser in Meditation erfuhr. Die Meditationserfahrung ist für die Anhänger der Kagyüpa-Schule oft wichtiger als reine Gelehrsamkeit.

Der Reichsgründer Bhutans Shabdrung Ngawang Namgyel war ein Anhänger der Drukpa-Kagyüpa-Schule, eines Zweiges der Kagyüpa. Nicht zuletzt deswegen ist die Drukpa-Kagyüpa-Richtung des Buddhismus in Bhutan heute Staatsreligion.

Die Sakyapa

Die Sakyapa-Schule geht auf den tibetischen Übersetzer Dogmi (992-1072) zurück. Ihren Namen bezieht sie von Dogmis Mutterkloster Sakya in Tibet. Die Sakyapa besaßen im 13. und 14. Jahrhundert großen politischen Einfluss in Tibet, nachdem sich ihre Oberäbte mit den Mongolen verbündet hatten. In Bhutan hat diese Schule nur sehr wenige Anhänger.

Die Gelugpa

Dieser Orden entstand im 15. Jahrhundert als letzte große Schule des Vajrayana-Buddhismus und geht auf Tsongkhapa (1357-1419) zurück. Er führte strenge Ordensdisziplin mit absoluter Zölibatsregel ein. Die Nachfolge bedeutender religiöser Positionen wurde durch Entdeckung der Wiedergeburten wichtiger Persönlichkeiten geregelt. Am bekanntesten sind die Reinkarnationsreihen der Dalai Lama* und der Panchen* Lama. Die Gelugpas fördern die Behandlung philosophischer Probleme in logischen Disputationen.

In Bhutan besitzt diese Schule keinen Einfluss.

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Lamahut, Seidendamast, Futter aus gerautem Wollstoff, Kaurischnecke; Höhe 27 Zentimeter, Breite 18 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum, Paro
Oberlamas der Drukpa-Kagyüpa*-Schule tragen solche Hüte zu besonders Glück verheißenden Anlässen wie etwa Prozessionen.


Lamahut, Seidensatin mit Papiergolddekor, Seidendamast und -taft, gesteiftes Baumwollgewebe; Höhe 29 Zentimeter, Breite 42 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum Paro
Hut der Drukpa-Kagyüpa-Schule. Diese Schule strebt die praktische Verwirklichung der yogischen Lehren an, um ein Leben in Übereinstimmung mit den Gesetzen des Universums zu entwickeln.


Lamahut, Seidendamast und Seidenbrokatdamast, Baumwollfutter; Höhe 25 Zentimeter, Breite 29 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum Paro
Dieser Hut wird von den Lamas der Nyingmapa-Schule getragen. Diese »Schule der Alten« legt ihren Schwerpunkt auf magische und mystische Praktiken des Lamaismus.


Mönchsweste (tögag), Wollstoff mit Brokateinsätzen; Höhe 82 x 67 Zentimeter; Leihgabe aus dem National Museum Paro
Die Weste aus feinem, rot gefärbtem Wollstoff ist mit Brokateinsätzen versehen. Dazu trägt ein Mönch einen Wickelrock, ein Obergewand und einen Umhang. Die Feinheit der Ausführung lässt auf einen hohen Kleriker schließen.