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Das Leben des Buddha

Die buddhistische Lehre geht auf Buddha Shakyamuni zurück. Gehen wir 2500 Jahre in die Vergangenheit nach Indien und hören wir, was uns das Lalitavistara-Sutra über das Leben des historischen Buddha erzählt.

Im fünften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung regierten in Indien viele Könige über viele kleine Reiche. An der Grenze zu Nepal herrschte König Shuddhodana Gautama* mit seiner Gattin Maya über das Reich Shakya. Eines Nachts träumte die Königin von einem weißen Elefanten, der vom Himmel herab in ihren Leib stieg. Dieses Omen sagte ihr, dass sie ein einzigartiges Kind empfangen hatte.

Wundersame Geschehnisse wiesen den Knaben schon bei der Geburt als Heiligen unvergleichbarer Reinheit aus. Er wurde Siddharta* genannt. Mit diesem Namen lebte er als Prinz im väterlichen Palast unter allen Annehmlichkeiten, die sich ein königlicher Jüngling nur wünschen konnte. Er erfuhr die religiösen Lehren der damaligen Zeit aus dem Mund der besten Lehrer, trieb aber auch mit Gleichaltrigen Sport. Später heiratete er und zeugte einen Sohn.

 


Der Weg zur Erleuchtung

Sein erster Weg aus dem väterlichen Palast in ein nahe gelegenes Dorf sollte sein Leben ändern. Er sah einen alten Menschen und erfuhr das erste Mal die Vergänglichkeit von Jugend und Schönheit. Auf seinem zweiten Ausflug sah er einen Kranken und wurde von dessen Schmerzen sehr bewegt. Auf seinem dritten Ausflug schließlich sah er einen Toten.

Siddharta* erkannte dadurch, dass alles Leben letztendlich Alter, Leiden und Tod bedeutet. Dies ließ ihn auch den Kreislauf der Wiedergeburten, der in Indien damals gängiges Verständnis des menschlichen Schicksals war, als eine ständige Reproduktion von Leiden und Sterben sehen. Bei seinem letzten Ausritt sah Siddharta* aber auch einen Asketen, der alle weltlichen Bindungen hinter sich gelassen hatte und nach Wahrheit strebte. Der Prinz beschloss, in seinem weiteren Leben diesen Weg zu gehen, um so einen Ausweg aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu finden.

Der Prinz verließ sein fürstliches Leben im Palast für immer und führte fortan unter dem Namen Gautama* ein Leben als Wandermönch. Viele Jahre lang übte er sich in strengsten asketischen Disziplinen, um dadurch die Erfahrung der Weisheit zu erlangen, die alles Leid überwinden sollte.

Kurz bevor er jedoch den buchstäblichen Hungertod erlitt, erkannte Gautama*, dass er wiedergeboren und das Leid des irdischen Daseins von Neuem beginnen würde. Er brach daher mit allen religiösen Traditionen seiner Zeit und zog sich in eine einsame Meditation unter dem Bodhi-Baum zurück. Nach langer Versenkung und der Überwindung aller Angriffe und Versuchungen des bösen Dämonen Mara erfuhr er hier die Erleuchtung, den Ausweg aus dem Kreislauf der Existenzen.

Ab dem Zeitpunkt seiner Erleuchtung trug er den Namen Buddha Shakyamuni. Im Gazellenhain von Sarnath drehte Buddha zum ersten Mal das Rad der Lehre und unterrichtete seine ersten fünf Anhänger nach seinen Einsichten.

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Ausschnitt aus einem Altar im Tongsa-Dzong. Buddha sitzt unter einem Glück verheißenden Schirm. Vor ihm brennt eine Butterlampe, die seinen Sehsinn erfreuen soll. Zu seiner Linken sitzt Guru Rinpoche, zu seiner Rechten der Shabdrung Ngawang Namgyel.
Foto von Christian Schicklgruber


Kupfer mit Feuervergoldung; ca. 17. Jahrhundert; Höhe 46 Zentimeter; Leihgabe aus dem Thimphu-Dzong
Im Zustand vollkommener Erleuchtung zeigt Buddhas Rechte die Geste der Erdberührung, die daran erinnert, dass Buddha im Moment seiner Erleuchtung die Erde als Zeuge anrief. Die linke Hand ruht in der Meditationsgeste. Die Klarheit der Darstellung vermittelt die übermenschliche Essenz des Buddha.


Buddha meditiert unter dem Bodhibaum. Er hatte geschworen, diese Meditation nicht eher zu verlassen, bis er die Einsicht erlangt habe, die aus dem Kreislauf der Wiedergeburten führt. Der König der Dämonen Mara versuchte diese Meditation zu stören, indem er seine dämoinischen Heerscharen aussandte, um dem Buddha Furcht einzuflößen. Zusätzlich sandte er seine schönen Töchter, die aufreizende Tänze vor dem Meditierenden aufführten, um ihn von seinem Streben abzulenken. Buddha jedoch verharrte in seiner Versenkung, bis er die Erleuchtung erlangte.
Wandmalerei im Tashichö-Dzong, Foto von Yoshiro Imaeda