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Jigme Singye Wangchuck, der vierte König

Der 1955 geborene Jigme Singye Wangchuck bestieg schon im Alter von 17 Jahren den Thron, da sein Vater sehr früh verstarb. Zwei Jahre später, am 2. Juni 1974, wurde er in einer eindrucksvollen Zeremonie, der neben dem versammelten bhutanischen Klerus und Adel auch Gäste aus aller Welt beiwohnten, zum König gekrönt.

Als König wollte Jigme Singye Wangchuck das Land nicht mehr verlassen. So wurde ein Lehrer aus England eingeladen, dem jungen Regenten, der eine buddhistisch-traditionelle Ausbildung erhalten hatte, auch den Blick über die Grenzen hinaus in die Welt zu öffnen. Diese Kenntnis beider Welten prägt die Politik des vierten Monarchen: Er strebt nach der sozio-ökonomischen Entwicklung des Landes, ohne die Traditionen der Vorväter und das kulturelle Erbe zu vernachlässigen. Die Maxime seiner Entwicklungspolitik drückte der König selbst einmal in einem Interview mit der »Financial Times« pointiert aus: Für ihn habe die »Gross National Happiness« eine größere Bedeutung als das »Gross National Product«.

 

Die Fortsetzung des Weges

Der Monarch sieht im kulturellen Selbstwertgefühl und der nationalen Identität seiner Untertanen die Möglichkeit zum Überleben Bhutans als Zwerg zwischen gewaltigen Nachbarn im Süden und Norden. Eine religiösen Werten verhaftete Gesellschaft soll auch den Gefahren widerstehen können, die der Prozess der Globalisierung mit sich bringt.

Das materielle Wachstum lenken seit 1961 Fünfjahrespläne mit den Schwerpunkten Straßenbau, Kommunikation, Gesundheit, Erziehung und Landwirtschaft. Für die Finanzierung einer sozialen Infrastruktur kommt bisher zu einem großen Teil die internationale Entwicklungszusammenarbeit auf. Um davon unabhängig zu werden, sollen die agrarische und industrielle Produktion, der Tourismus und vor allem die Nutzung der immensen Wasserkraftpotentiale gesteigert werden. Da dies nur durch eine vermehrte Ausbeutung der Natur geschehen kann, muss diese verstärkt geschützt werden.

Die staatliche Naturschutzgesetzgebung baut auf der buddhistischen Ethik und den indigenen Institutionen der Nutzung der Natur auf. Das lokale Verständnis der Ökosysteme wird in einem Prozess der administrativen Dezentralisierung gefördert und zentralstaatlich nur dort ergänzt, wo die Vehemenz moderner Naturausbeutungstechnologien den traditionellen Umgang mit der Natur überfordert. Es liegt an König Jigme Singye Wangchuck, diese Politik fortzusetzen und das Land in eine neue Zeit zu führen.

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Throndecke (thrikheb), gerauter Wollstoff, Baumwolle, Seidenstickerei; Maße 130 x 130 Zentimeter; Leihgabe aus dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Die erhöhten Sitze weltlicher und klerikaler Herrscher waren mit reich verzierten Decken belegt. Ein Phönix im zentralen Medaillon ist von vier Drachen abwechselnd mit vier Kinnara umgeben, Musikanten mit menschlichen Oberkörpern, Flügeln und Vogelbeinen. Die vier Ecken zeigen Garudas mit gebändigten Schlangengottheiten im Schnabel. Die Decke ist von Swastikasymbolen eingefasst, die hier Festigkeit und Unverrückbarkeit bedeuten. Sie fordern die Person am Thron auf, fest auf dieser Welt zu verbleiben, um die Lebewesen zur Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu führen.


Der vierte König von Bhutan, Jigme Singye Wangchuck, wurde am 11. November 1955 geboren, bestieg 1972 den Thron und wurde am 2. Juni 1974 gekrönt.