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König und Lama

Im gesamten buddhistischen Himalaya gibt es die lange Tradition, den König als einen Diener der buddhistischen Lehre (dharma*) und der Mönchsgemeinschaft (sangha) zu sehen. Der König verbeugt sich dieser Auffassung nach vor dem Lama, der als bedeutender für den wichtigsten Aspekt des Lebens - den spirituellen - gesehen wird. Im Gegenzug wird der Friede, der mit der Monarchie ins Land kam, als Geschenk eines Bodhisattva betrachtet.

 

Bis heute prägt die bhutanische Monarchie eine sakrale Wertigkeit. Der Thron des Königs wird als »Goldener Thron« bezeichnet, der eigentlich hohen Lamas vorbehalten ist. Eines der wichtigsten Symbole der Monarchie ist die Rabenkrone. Das Hofzeremoniell folgt dem des Klosterwesens, die Übersetzung des Verhaltenskodexes bei Hof bedeutet wörtlich »die Grundlagen der mönchischen Ordnung«.


Der wichtigste zeremonielle Akt im Rahmen der Thronbesteigung ist die Überreichung eines weißen Seidenschals (katag) an eine gemalte Darstellung der wichtigsten Schutzgottheit durch den König. Dieses Ritual, das im Punakha-Dzong durchgeführt wird, wo die sterblichen Überreste des Shabdrung Ngawang Namgyel aufbewahrt werden, symbolisiert die Reinheit der Absicht und der Geisteshaltung des neuen Monarchen.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es vielleicht leichter nachvollziehbar, warum der König nach dem kodifizierten Recht über dem Gesetz steht. Religiöse Vorstellungen und Götter als himmlische Repräsentanten des gesellschaftlichen Status Quo scheinen in Bhutan noch immer der politischen Ordnung Stabilität zu verleihen; dadurch übersteigt dieses System das menschliche Verständnis von Veränderbarkeit.

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Rollbild, Applikationsarbeit mit Seidenstickerei; frühes 19. Jahrhundert; Höhe 260 Zentimeter; Leihgabe aus den National Museums & Galleries on Merseyside, Liverpool
Der Gründer des bhutanischen Staates und Stifter nationaler Identität, der Kleriker Shabdrung* Ngawang Namgyel, war im 17. Jahrhundert der erste Führer des Landes. Alle weltlichen Entscheidungen werden heute zwar vom König autorisiert, doch auch seine Macht gründet sich auf dem Weltverständnis des Buddhismus.


Königsdarstellung, Kupfertreibarbeit gerahmt; Maße 55 x 40 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Diese in großer Stückzahl angefertigte Darstellung des vierten Königs zeigt diesen inmitten des Landes, flankiert vom Nationalsymbol, dem Drachen. Der Drache gab sowohl der Staatsreligion (die Drukpa-Kagyüpa-Schule des Buddhismus) als auch dem Land selbst seinen Namen: Druk Yül, das Land des Drachen.