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Reformen im Inneren

Schon frühzeitig wurde dem König bewusst, dass für die Entwicklung des Landes auch sozio-ökonomische Reformen notwendig sein würden. Im Jahr 1956 wurde der Frondienst abgeschafft und mit der Neuverteilung des Bodens begonnen. Niemand durfte mehr als zehn Hektar Grund und Boden besitzen. Was bei der Neuverteilung an Boden übrig blieb, erhielten die Landlosen, die zudem keine Steuern zahlen mussten. Später verloren auch die Klöster den größten Teil ihres Landbesitzes, der unter der Bevölkerung verteilt wurde. Dafür erhielten die Mönche finanzielle Unterstützung aus der Staatskasse.

Diese Strukturreformen wurden von wichtigen Verfassungsreformen begleitet. 1953 rief der König eine Nationalversammlung (tshogdu) mit 150 Mitgliedern ins Leben. Die Versammlung trat zweimal jährlich zusammen, um Themen von landesweiter Bedeutung zu diskutieren und Gesetze zu erlassen. Von den 150 Mitgliedern wurden 105 von Volksvertretern gewählt, 33 ernannte die Regierung, und zwölf entsandte die Mönchsgemeinschaft.

 

Im Jahr 1965 wurde ein königlicher Beirat (Royal Advisory Council) mit neun Mitgliedern gegründet, bestehend aus sechs Vertretern des Volkes, zwei Abgeordneten der Mönchsgemeinschaft und einer vom König bestimmten Person. Die Mitglieder beraten bis heute den König und überwachen die Durchführung der von der Nationalversammlung verabschiedeten Gesetze. Ebenso wurde eine moderne Rechtsordnung mit kodifizierten Gesetzen erlassen und ein Oberster Gerichtshof eingerichtet, der nach 1968 zunächst als Oberstes Berufungsgericht wirkte. Jede endgültige Entscheidung blieb aber dem König allein vorbehalten.

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Zeremonialtextil (chagsi pangkheb), handgesponnene Seide mit farbigen Musterschüssen; Maße 272 x 79 Zentimeter; Leihgabe von Anthony Aris
Diese »Tücher zum Händewaschen« werden nur von der Oberschicht und hohen Klerikern bei Ritualen oder offiziellen Anlässen verwendet. Die praktische Verwendung hat allerdings nichts mit dem Namen zu tun, vielmehr werden die Tücher über den Tisch gelegt oder hinter den Sitzen hoher Persönlichkeiten an die Wand gehängt. Tücher mit gelber Farbe werden bei offiziellen Veranstaltungen mehrere Schritte hinter dem König getragen.


Nachdem König Jigme Dorje Wangchuck Thimphu zur ständigen Hauptstadt ernannt hatte, ließ er den Tashichö-Dzong erweitern. Bis heute ist er Sitz der Regierung und beherbergt die Konferenzen der Nationalversammlung.
Foto von Robert Dompnier