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Jigme Wangchuck, der zweite König

Als Jigme Wangchuck 1926 den bhutanischen Thron bestieg, war er erst 21 Jahre alt und damit nur zwei Jahre älter als das Königreich. Sein Vater hatte ihn zum Nachfolger erzogen, aber auch Dienst mit anderem Hofpersonal tun lassen. Er hatte eine strenge, traditionelle buddhistische Erziehung erhalten, aber auch Englisch und Hindi gelernt.

 

Im Jahr 1922 wurde er zum Protokollchef (drönyer) von Tongsa ernannt. Im selben Jahr heiratete er seine Cousine Ashi Phuntsho Chöden. Ein Jahr darauf wurde er zum Gouverneur von Tongsa und zum offiziellen Thronfolger erklärt. Im Jahr 1927 wurde er unter Anwesenheit des ehemaligen Desi und nunmehrigen Je Khenpo Chogley Yeshey Ngodrup, einer Reinkarnation des Shabdrung, zum König gekrönt. 1932 nahm der König seine Schwägerin Ashi Pema Dechen zur zweiten Frau.

Der Beginn der Herrschaft Jigme Wangchucks war keineswegs unproblematisch. Schwierigkeiten gingen von den Personen aus, die der jungen Monarchie am gefährlichsten werden konnte - dem wiedergeborenen Shabdrung* und dessen Familie. Vor allem dessen Mutter stachelte den reinkarnierten Shabdrung dazu auf, sich in die weltlichen Angelegenheiten des Königs einzumischen. Die Umgebung des Königs beschuldigte den Shabdrung, dem Monarchen mit schwarzer Magie schaden zu wollen. Die Auseinandersetzung erreichte 1931 ihren Höhepunkt, als sich das Gerücht verbreitete, der Bruder des Shabdrung habe bei einem Besuch in Indien Gandhi um Hilfe gebeten, die weltliche Macht des Shabdrung wiederherzustellen. Kurz darauf, im November 1931, starb der Shabdrung in jungen Jahren im Kloster Talo. Keine bedeutenden Wiedergeburten sollten folgen, und auch seine leibliche Nachkommenschaft war keine Bedrohung für den Monarchen.

 


 

Nach diesen ersten schwierigen Jahren trat Ruhe ein, und Jigme Wangchucks Regierungszeit zeichnete sich durch Stabilität, eine innenpolitische Neuordnung und eine erhebliche Reduktion der Steuerlast für die Bevölkerung aus.

Bei seinem Tod 1952 hinterließ König Jigme Wangchuck seinem Nachfolger ein gefestigtes, geeintes und unabhängiges Land, in dem sich allmählich Reformen durchzusetzen begannen. Auf dieser soliden Grundlage stand der dritte König Jigme Dorje Wangchuck vor der Aufgabe, Bhutan der Welt zu öffnen und seine Entwicklung voranzutreiben.

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Im Jahr 1927 wurde Jigme Wangchuck zum zweiten König gekrönt. Im Punakha-Dzong ließ er sich zu diesem Anlass mit seinem jüngeren Bruder und der zeremoniellen Leibwache ablichten.
Foto von F. M. Bailey, 1927; Leihgabe der British Library


König Jigme Wangchuck mit Königin Phuntsho Chöden vor dem Kungda-Rabten-Palast.
Foto von G. Sherrif, 1949; Leihgabe der Royal Botanic Gardens, Edinburgh


Männerkleidung (go*), Seide, Futter Baumwolle; Maße 157 x 226 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Diese Robe wurde vom zweiten König Jigme Wangchuck (1905-1952) getragen.


Hut: gerauter Wollstoff, Seidenbrokat und -gewebe, Silberlamé, Futter Baumwolle; Höhe 7 Zentimeter, Durchmesser 21 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Jacke (tögo): Seidenbrokatdamast, Seide, Baumwolle; Maße 69 x 191 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Kleid (kira*): Baumwolle, Seide; Maße 248 x 133 Zentimeter; Leihgabe aus dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Die Gattinnen des ersten und zweiten Königs trugen solche Sets von Kleidungsstücken.