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Jigme Namgyel

Jigme Namgyel wurde der »Schwarze Regent« genannt. Zu diesem respektvollen Übernamen kam er, weil er sich stets schwarz kleidete und immer ein schwarzes Pferd ritt.

Als Jigme Namgyel im Jahr 1825 geboren wurde, war Bhutan durch ständige Kriege, Fehden, Intrigen und Morde beinahe ausgeblutet. Viele Machtträger, Adelige wie Mönche, strebten nach der Herrschaft im Land. Leidtragend war auch die bäuerliche Bevölkerung, da sie entweder selbst in den Krieg ziehen musste oder ihn durch hohe Steuern finanzierte.

Durch seine enorme physische Stärke, aber auch durch kluge Bündnispolitik und Diplomatie gelang es Jigme Namgyel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sich die alleinige uneingeschränkte Herrschaft im Land zu sichern.


 

Jigme Namgyel war der Spross einer Chöje-Familie, deren Einfluss sich über Ost- und Zentralbhutan erstreckte und deren Mitglieder auch wichtige Regierungsposten bekleideten. Die Familie konnte sich in direkter Linie von Pema Lingpa (1450-1521) ableiten, zu ihrer angeheirateten Verwandtschaft gehörten auch zwei Wiedergeburten des Shabdrung Ngawang Namgyel.

Noch vor seinem 20. Geburtstag verdingte sich Jigme Namgyel als Soldat beim damaligen Pönlop des Tongsa-Dzong. Durch seine Unerbittlichkeit im Umgang mit Feinden, durch Treue und durch seine starke Persönlichkeit beeindruckte er den Pönlop so sehr, dass dieser Jigme Namgyel seinem eigenen Sohn vorzog und ihn zum Pönlop von Tongsa machte.

 

Schnell ging Jigme Namgyel daran, seine Vormachtstellung in Bhutan durch Kriege, aber auch durch geschickte Allianzen und durch die Installierung von Verwandten und Vertrauensleuten in den politischen Schlüsselpositionen auszubauen.

Im Jahr 1870 wurde Jigme Namgyel der 50. Desi, der weltliche Herrscher Bhutans. Er nützte diese Position dazu, seine Machtansprüche weiter auszudehnen und Rivalen zurückzudrängen. Schon drei Jahre später konnte er als Desi zurücktreten und einen Verwandten an diese Stelle setzen.

Im Alter von 56 Jahren stürzte Jigme Namgyel so unglücklich von einem Yak, dass er kurz darauf verstarb. Er hinterließ seinen Nachkommen ein Reich, das nach über 200 Jahren kriegerischer Unruhen beinahe zur Ruhe gekommen war.

Der Weg zum wirklichen Frieden und zur Errichtung einer Monarchie war vorbereitet; zu Ende gehen musste ihn Jigme Namgyels Sohn Ugyen Wangchuck.


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Schild, Rhinozerosleder, Messing; Höhe 11 Zentimeter, Durchmesser 44,5 Zentimeter; Leihgabe von Dasho Sangay Ngedup
Das Symbol von Sonne und Mond im oberen Teil des Schildes steht für Methode (upaya*) und Weisheit (prajna*). Hier soll es durch seine religiöse Kraft den Träger schützen.


Speer, Holz, Eisen; Länge 180 Zentimeter; Leihgabe von Lyonpo Sangay Ngedup
Lanzen waren eine gefürchtete Waffe im Nahkampf.


Köcher, Bambus, Leder; Länge 85 Zentimeter; Leihgabe von Guy van Strydonck
Heute ist Bogenschießen der Nationalsport bhutanischer Männer. In den Kriegen des 19. Jahrhunderts waren Pfeil und Bogen die meistgebrauchte Waffe.


Helm, Eisen, Synthetik, Lurex, Viskose; Höhe 48 Zentimeter, Durchmesser 28 Zentimeter; Leihgabe von Lyonpo Sangay Ngedup
Helme der Soldaten waren innen mit Textileinlagen gefüttert und mit einem fünffärbigen Flechtband als Talisman versehen.