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Das kulturelle Erbe des Shabdrung

Unter der Herrschaft und Führung des Shabdrung wurden verschiedenste Elemente aus der Sphäre der materiellen und geistigen Kultur zu einem einheitlichen System zusammengefügt. Damit legte der Shabdrung den Grundstein zur Entwicklung einer eigenständigen kulturellen Identität Bhutans, die sich sowohl von anderen Staaten des Himalayaraumes abhob als auch die bis vor der Zeit des Shabdrung eigenständigen Lokalkulturen zu einer Einheit verschmolz.

Vieles, was Shabdrung Ngawang Namgyel schuf, prägt bis heute die Kultur Bhutans. Von ihm gegründete Klosterburgen bestimmen bis heute die Formensprache der Architektur; noch immer beherbergen sie das von ihm etablierte »duale Herrschaftsystem« (chösi*) aus weltlicher und religiöser Macht. Das Tragen der vom Shabdrung entworfenen Tracht wurde mittlerweile bei offiziellen Anlässen gesetzlich vorgeschrieben. Die vom Shabdrung klassifizierten 13 Handwerkskünste werden heute von staatlichen Programmen gefördert.

»Grundregeln für dizipliniertes Verhalten«

Einige der kulturellen Werte zur Konsolidierung der Einheit des Staates wurden Mitte der Achtzigerjahre dieses Jahrhunderts für alle in Bhutan lebende Menschen gesetzliche Vorschrift. Das Gesetz der »Grundregeln für diszipliniertes Verhalten« (driglam namzha*) definiert Kultur und nationale Identität und regelt für den Staatsbürger alle Bereiche des sichtbaren Lebens, wie Bekleidung, Architektur, Kunst, aber auch soziales Verhalten und die Organisation öffentlicher Ereignisse. Diese Grundregeln basieren auf religiösen Vorstellungen und sind durch die Autorität des mönchischen Staatsgründers Shabdrung Ngawang Namgyel sanktioniert.

 

Auf politischer Ebene gilt die bhutanische Kultur als ein unverzichtbarer Bestandteil der nationalen Identität des Landes. Diese ist wiederum eng mit Souveränität und staatlicher Sicherheit verbunden. Deshalb wird die bhutanische Kultur als eine notwendige Voraussetzung für ein Gedeihen des Nationalstaates betrachtet.

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Zwei Beamte begüßen im Tongsa-Dzong mit einer dem Verhaltenskodex entsprechenden Geste den Distriktsvorsteher. Verhaltenskodex und Kleidung werden dem Shabdrung Ngawang Namgyel zugeschrieben.
Im Dzong müssen alle Männer über dem Go* eine Schärpe (kabne) tragen. Die Farbe kennzeichnet dabei den Rang des Trägers. Gewöhnliche Männer tragen eine weiße Schärpe. Eine rote Schärpe kennzeichnet einen Dasho, einen Rang des Verdienstadels, der nur vom König verliehen werden kann. Dunkelblaue Schärpen weisen die Volksvertreter aus, die in den königlichen Beraterstab gewählt wurden. Orangefarbene Schärpen dürfen nur von Ministern getragen werden. Die gelbe Schärpe ist dem religiösen Oberhaupt Bhutans (Je Khenpo) und dem König vorbehalten.
Foto von Robert Dompnier