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Architektur und lebende Tradition

Gemäß der buddhistischen Lehre von der Vergänglichkeit aller Lebensformen wird auch Bauwerken kein Ewigkeitscharakter zugesprochen. Wie alle anderen Aspekte der materiellen Kultur vermag auch die Architektur nicht dem Kreislauf der Existenz zu entgehen: dem Zyklus von Leben, Tod und Wiedergeburt (samsara*). In der Architektur bedeutet dies den kontinuierlichen Prozess von Errichtung, Zerstörung und Wiederaufbau. Der Punakha-Dzong zum Beispiel wurde im Jahr 1986 von einer Feuersbrunst teilweise zerstört, 1994 richtete eine Überschwemmungskatastrophe schwere Verwüstungen an. Heute sind die beschädigten Teile prächtiger als jemals zuvor wieder aufgebaut.

 

Im Lauf der Geschichte lag der Grund für Zerstörung und Verwüstung oftmals auch in feindlichen Angriffen. Fast jeder Dzong kann daher beinahe als lebendiger Organismus bezeichnet werden. Beim Wiederaufbau von zerstörten Teilen folgen die Planer zwar immer den architektonischen Richtlinien des Shabdrung Ngawang Namgyel, dennoch flossen auch ständig künstlerische Kreativität und handwerklicher Fortschritt in die Arbeiten ein.

Der oftmals große Umfang der Bauarbeiten erfordert die Mitarbeit der besten Handwerker Bhutans: Steinmetze, Zimmerleute, Holzschnitzer und Maler werden aus dem ganzen Land zusammengerufen und arbeiten gemeinsam an den heiligen Bauwerken. Jeder bringt seine individuellen Fertigkeiten und Ideen ein. Dabei lernen die Handwerksmeister auch voneinander. Vor allem im technologischen Bereich und in der künstlerischen Durchgestaltung kommt es beim Dzongbau seit jeher zur Verfeinerung des Handwerkes und der Kunst.

 

Gehen die Handwerker und Künstler wieder in ihre Dörfer zurück, übertragen sie ihre neu gewonnenen Erfahrungen auf die Arbeiten in ihren Heimatdörfern.

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Nach einer Feuersbrunst im Jahr 1986 ordnete König Jigme Singye Wangchuck den Wiederaufbau der Festung an. Ihre Architektur ist richtungsweisend für die gesamte Bautätigkeit in Bhutan.
Foto von Marc Dujardin


An vielen Bauernhäusern ist der Einfluss der Dzongarchitektrur erkennbar: Geschnitzte Erker, Fachwerkbau im oberen Geschoß und der Freiraum zwischen Flach- und Satteldach verweisen auf frühe Dzongarchitektur. Einige dieser Stilmerkmale sind zur Förderung bhutanischer Identität heute gesetzlich vorgeschrieben.
Foto von Jon Warren