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Architektur und Herrschaft

Die Bedeutung der Dzong geht über ihren militärischen Zweck und über ihre Funktion zur Stiftung einer spezifschen bhutanischen Identität hinaus. Die Klosterburgen spiegeln auch die religiöse und die politische Macht der alten theokratischen Herrschaft wider. In Gestalt eines Bauwerks errichtete der Shabdrung ein weithin sichtbares Zeichen des weltlichen Sieges der Drukpa-Theokratie. Die Klosterburgen Bhutans wurden zum gebauten Symbol des dualen Regierungssystems (chösi nyiden*) von religiöser und weltlicher Macht, wobei die wichtigsten Positionen in beiden Bereichen mit Klerikern besetzt waren.

 

Alle Dzong gliedern sich in einen kirchlichen und einen staatlichen Flügel. In einem Teil der Anlage sind die Mönche der Staatsreligion untergebracht. Hier praktizieren sie ihre Religion in Tempeln und Gebetshallen, und hier liegt das Zentrum der geistigen Kultur des Landes, die bis heute von der buddhistischen Religion geprägt ist.

 

 

Die Tempel liegen entweder im mittleren Turm oder gruppieren sich um einen Innenhof, der Dochen genannt wird. Der Name stammt von den großen Steinen, die den Boden des Hofes bilden. Rund um den Innenhof liegen mehrstöckige Gebäudeflügel mit Veranden, in denen mehrere Tempel, Gebetshallen, aber auch die Schlafräume und Küchen den Mönche untergebracht sind. Die Höfe im sakralen Bereich des Dzong werden einmal im Jahr zum sozialen und religiösen Mittelpunkt jeder Provinz; an jenen Tagen, an denen während der Tsechu-Feste von Mönchen die auf Guru Rinpoche zurück gehenden religiösen Tänze aufgeführt werden.

 

 

Im anderen Gebäudeteil, dessen Architektur sich nicht vom monastischen unterscheidet, administriert der weltliche Verwaltungsapparat des Staates das Leben der Bhutaner. Über diesen Teil herrschten die Pönlop mit einer großen Machtbefugnis. Von hier aus sollte auch schon bald nach dem Tod des Shabdrung die Einheit des jungen Staates gefährdet werden.

Auch diese Höfe sind von mehrstöckigen Gebäuden umgeben. Die Fassaden im Untergeschoß sind häufig in Arkaden aufgelöst, auf deren hölzernen Säulen Pflanzen- oder Wolkenkapitelle ruhen. Die Obergeschoße umlaufen Veranden mit Holzschnitzwerk, oder die Fassaden sind durch Fenster gegliedert. In diesen Räumen sind die Ämter der profanen Verwaltung, des Steuerapparates und der Gerichtsbarkeit untergebracht.

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Die Dzong sind auch Sitze der Gerichtsbarkeit.
Foto von Robert Dompnier


Die am weitesten im Osten gelegene Festung Bhutans, der Tashigang-Dzong, wurde erst nach dem Tod des Shabdrung gebaut. In seiner Anlage und Architektur folgt er aber den Vorgaben des Reichseinigers. Minjur Tenpa ließ ihn im Jahr 1659 errichten, nachdem Ostbhutan endgültig in die Hand der Drukpa gefallen war. Der Name »Tashigang Dzong« bedeutet »Festung des Glück verheißenden Berges«.
Foto von Guy van Strydonck


Der Tongsa-Dzong schließt insgesamt 23 Tempel ein. Sie alle sind bestimmten Gottheiten geweiht, deren Statuen in kunstvoll geschnitzten Altären stehen.
Foto von Robert Dompnier


Die Laienbevölkerung aus der nahen und fernen Umgebung der Dzong strömt einmal im Jahr in die Innenhöfe der Festungen, um den mönchischen Tänzen beizuwohnen.
Foto von Jon Warren


Beamte im Innenhof des Wangdiphodrang-Dzong nutzen ihre Mittagspause zu Gesprächen auf den Veranden des Hofes.
Foto von Christian Schicklgruber