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Tshemzo: Näharbeiten

Dieser Bereich umfasst im Wesentlichen drei verschiedene Tätigkeiten: das Nähen von Kleidungsstücken wie dem Go für Männer und von verschiedenen Jacken (tögo), nornang töthung), Stickerei und Applikationsarbeiten von meist religiösen Darstellungen sowie die Herstellung traditioneller bhutanischer Stiefel.

Stickerei, speziell von Applikationen für Tempel- und Zeremonialbehänge, war schon immer in erster Linie eine Sache der Mönche. Auch auf den traditionellen Tanzkostümen wurden Stickereien und Applikationen angebracht. Die als Trägermaterial verwendeten Textilien wurden oftmals aus China importiert. Seit einiger Zeit sind darunter auch synthetische Stoffe aus China und Indien.


Den höchsten Zeitaufwand und das größte Können verlangen als Stickerei ausgeführte Thangkas. Bei ihrer Herstellung müssen wie in der Malerei die exakten Maßangaben beachtet werden, wie sie die heiligen Schriften vorschreiben. Die bedeutendsten Exemplare sind die großen Seiden-Thangkas mit Darstellungen des Guru Rinpoche und des Shabdrung, die nur einmal im Jahr anlässlich des Tshechu-Festes an der Mauer des jeweiliegen Dzong gezeigt werden.

Die Stiefelmacher

Die Kunst des Stiefelmachens (tshoglam) ist zwar aufgrund der Näharbeit mit Schneiderei und Stickerei verwandt, in der Praxis aber eine eigenständige Tätigkeit.

 


Wenn ein Kunde ein neues Paar Stiefel bestellt, wird als erstes der Umriss seines Fußes abgezeichnet und mit Vorlagen verglichen, um die Schuhgröße zu ermitteln. Die Sohle (thi) wird aus dünner Pappe in entsprechender Größe ausgeschnitten, mit dünner Baumwolle überzogen und vernäht. Dann wird in derselben Größe ein Stück Leder ausgeschnitten und an das überzogene Pappstück geklebt. Das Leder wird mit Löchern versehen und durch diese später mit dem untersten der drei aus Stoffapplikation bestehenden Segmente verbunden, welche den Hauptteil des Stiefels ausmachen. Die Herstellung der Sohle ist schwierig und zeitraubend, weil das Leder zäh und schwer zu bearbeiten ist. Der Schaft des Stiefels besteht aus Leder mit Applikationen, meist aus China importierter Brokat.

Der Mittelteil des Schaftes kennzeichnet den Rang des Besitzers: Gelb für den König und Oberlama (je khenpo*), Orange für Minister (lyonpo), Rot für hohe Beamte (dasho*) und Grün für alle übrigen Menschen.

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Thrikheb, Wolle, Seide, Baumwolle; Maße 152 x 70 Zentimeter; Leihgabe aus einer Privatsammlung
Diese Decke für Personen des Hofes oder hoher Lamas zeigt als zentrales Motiv das »Rad der Lehre« als Symbol für den Buddhismus. Oben und unten sind je ein Paar fliegender Phönixe und die Darstellung des Wunschjuwels appliziert.


Das komplizierte Handwerk des Steifelmachers umfasst Lederverarbeitung, Nähen und Sticken. Es gibt heute nur mehr sehr wenige Meister im Land, die vor allem Auftragsarbeiten für hohe Beamte und Adelige herstellen.
Foto von Jon Warren


Rechts im Bild: Stiefel, Seidenbrokat und -damast, Satin, Baumwolle, Leder; Maße 51 x 28 x 10,5 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Bestimmte Kleidungsstücke weisen auf Stand und Rang des Trägers hin. Diese Stiefel werden von Laienanhänger (gomchen*) des Buddhismus getragen.
Links im Bild: Stiefel, gerauter Wollstoff, Seidenbrokat, Baumwolle, Leder; Maße 49,5 x 27 x 10 Zentimeter; Leihgabe aus dem Museum für Völkerkunde Wien
Stiefel eines hohen Regierungsbeamten, der seinen Titel »Dasho« vom König verliehen bekommen hat.