Die Geschichte Bhutans | Shabdrung Ngawang Namgyel | Die Einigung des Reiches

Die Einigung des Reiches

Die Drukpa-Kagyüpa-Schule des Buddhismus war zu Beginn des 17. Jahrhunderts die stärkste politische Kraft in Bhutan. Dennoch waren die seit alters her unabhängigen Lokalreiche noch nicht zu einem Reich geeint. Dies gelang erst dem Shabdrung Ngawang Namgyel.

Die Einigung Bhutans war ein langwieriger und schwieriger Prozess. Viel erreichte der Shabdrung durch sein Charisma als gelehrter Mönch und durch sein Geschick als Politiker und Administrator.

Der Gewinn des Paro-Tales

Es ist aufschlussreich zu verfolgen, auf welche Art und Weise der Shabdrung das Paro-Tal in seine Gewalt brachte, weil sich derselbe Vorgang im Verlauf der Reichseinigung des Öfteren wiederholt haben muss.

 

 
 

Im Jahr 1645 übergab das alte Drukpa-Geschlecht der Humrel in Paro dem Shabdrung seinen Dzong*. In den Texten heißt es, der Shabdrung habe als Entschädigung für den Dzong die Humrel-Familie von sämtlichen Steuern und Frondiensten (ula) befreit, wo immer sich ihre Mitglieder auch niederlassen mochten.

Ein Schriftstück aus dem Jahr 1646 mit der Unterschrift des Shabdrung führt im Einzelnen die Privilegien auf, die einer adligen Familie nach Anerkennung der Oberherrschaft des Shabdrung gewährt wurden. Zunächst betont der Shabdrung darin die Blut- und Ehebande zwischen den Drukpas von Ralung und dieser Familie, dann zählt er die Privilegien auf: Auf ihren Reisen erhalten sie kostenlos Unterkunft, Getränke, Reitpferde und Transport des Gepäcks. Zusätzlich werden sie von Steuerabgaben und Frondiensten befreit.

Aber nicht immer gelang es dem Shabdrung, die Herrschaft über das Land mit friedlichen Mitteln an sich zu bringen.

Die Geschichte Bhutans
.  Bhutan vor der ..
.  Shabdrung Ngawang ..
.  .  Das Leben des ..
.  .  Die Einigung des ..
.  .  .  Der Shabdrung als ..
.  .  .  Tibetische Invasion
.  .  .  Der Feind im Inneren
.  .  Das kulturelle Erbe
.  .  Dunkle Zeiten
.  Die Monarchie
Die Religion Bhutans
Götter und heilige Berge


Top |  Home |  Sitemap |  Suche |  Glossar |  Die Objekte |  Führung  |  Hilfe

Der vollständige Name des Paro-Dzong* lautet »Rinpung-Dzong«, was soviel bedeutet wie »Festung des Juwelenhaufens«.
Die erste Anlage wurde vom Drukpa-Geschlecht der Humrel errichtet. Im Jahr 1645 übergaben sie es dem Shabdrung, der es wesentlich erweiterte. Bereits im Jahr 1646 wurde der Neubau eingeweiht.
Foto von Guy van Strydonck


Schriftdokument, Papier; 17. Jahrhundert;
Schreibgerätköcher (ngudro), Eisen, Aufschlagtauschierung Gold und Silber; Länge 37 Zentimeter;
Petschaft, Eisen, Silber; Länge 6,5 Zentimeter; Leihgaben aus dem National Museum, Paro
Der Text in Kursivschrift ist mit sechs Siegeln versehen und auf handgeschöpften Papier geschrieben. Auf diesem Dokument sind Kisten und Gepäcksstücke aufgelistet, die beim Umzug des Oberabtes und seiner Mönchsgemeinschaft von der Sommerresidenz in Thimphu in die Winterresidenz in Punakha mitgeführt wurden. Grundsätzlich spielte eine auf Schriftbasis beruhende Administration des Reiches eine wichtige Rolle im Entstehen des bhutanischen Staates.