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Der Feind im Inneren

Während der Shabdrung überall dort willkommen geheißen wurde, wo sich die Drukpa-Schule etabliert hatte, gab es hingegen andere buddhistische Richtungen, die über die Aktivitäten Ngawang Namgyels keineswegs erfreut waren. In den schriftlichen Quellen werden sie als »innere Opposition« bezeichnet, um sie von Tibet, der »äußeren Opposition«, zu unterscheiden. Die anderen Schulen machten sich keine Illusionen darüber, dass die Hegemonialansprüche des Shabdrung eine direkte Bedrohung für sie darstellten. Mit Ausnahme der Sakyapas, die stets gute Beziehungen zu den Drukpas unterhielten, schlossen sich diese Schulen zu dem Bündnis der »fünf Lamagruppen« (lama khag nga) zusammen.

 
 

Ihre erste militärische Offensive unternahmen sie 1629, während der Shabdrung mit dem Bau des Simtokha-Dzong beschäftigt war. Der Anführer dieses Angriffs wurde dabei im Kampf getötet, die Attacke auf Simtokha abgewehrt. Damit war die Opposition jedoch noch nicht besiegt. Im Jahr 1634 verbündeten sich die fünf Lamagruppen mit dem Herrscher von Tsang, dem Todfeind des Shabdrung. Der anschließende Einfall tibetischer Truppen fand mit Unterstützung der »fünf Gruppen« an sechs verschiedenen Orten Bhutans statt. Ein weiterer Angriff richtete sich gegen den Simtokha-Dzong, der dabei schwer beschädigt wurde. Aber auch dieser Vorstoß konnte von den Truppen des Shabdrung zurückgeschlagen werden.

 
 

1639 fand erneut eine von den »fünf Lamagruppen« initiierte tibetische Invasion statt. Dabei scheinen die Lamas vernichtend geschlagen worden zu sein, denn sie werden danach nicht wieder in den bhutanischen Quellen erwähnt.

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Der Simtokha-Dzong in der Nähe der Hauptstadt Thimphu ist der einzige Festungsbau des Shabdrung, der bis heute nicht wesentlich verändert wurde.
Foto von Christian Schicklgruber


Bhutan war nie ein paradiesisches »Shangri La«. Immer wieder kam es zu blutigen kriegerischen Auseinandersetzungen.
Malerei von Lharip Phuntsho Wangdi und Karma Ura