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Westbhutan

Der Geschichte Westbhutans bis zum frühen 17. Jahrhundert wird von religiösen Schulen geprägt, die gleichzeitig mit der Ausbreitung ihrer Lehren auch weltliche Macht erlangten.

Das kontinuierliche Erstarken der Drukpa-Kagyüpa-Schule sollte schließlich zur Bildung des bhutanischen Staates führen.

Die Drukpa Kagyüpa

Die Gründung der Drukpa-Richtung als Zweiglinie der Kagyüpa-Schule in Tibet geht auf Tsangpo Gyare Yeshe Dorje (1161-1211) zurück. Als dieser im Sterben lag, prophezeite er, dass ein Mann aus Osttibet kommen werde, um die Lehren der Drukpa in den »südlichen Tälern« - also in Bhutan - zu verbreiten. Damit war Phajo Drukgom Shigpo (1184-1251) gemeint.

Er verwirklichte diese Prophezeiung und wurde zu einer der bedeutendsten Gestalten der bhutanischen Geschichte.

Aus Tibet kommend, gelangte er zunächst nach Lingshi, wo ihn die Nomaden willkommen hießen, und dann nach Taktsang, wo er einen Monat lang meditierte. Während dieser Zeit erschien ihm in einer Vision Guru Rinpoche, der ihm weissagte, er müsse an zwölf Plätzen meditieren. Später erfuhr er in einer weiteren Vision, dass er eine Partnerin finden werde, die eine Reinkarnation der berühmten Yogini Machig Labdrön (1055-1145) sei. In einer wundersamen Episode fand er sie auch tatsächlich und begründete mit ihr eine Nachkommenlinie.

Im 13. Jahrhundert ließen sich vier Söhne des Phajo Drukgom Shigpo in den vier Tallandschaften Westbhutans nieder, um die Drukpa-Lehre zu verbreiten. Sie heirateten in angesehene lokale Familien ein und gründeten lokale Adelsgeschlechter (chöje* und shelngo). Da diese Familien sowohl geistliche als auch weltliche Aufgaben innehatten, entwickelten sie sich zur wichtigsten und einflussreichsten Kraft im westlichen Bhutan.

Sie unterhielten weiterhin gute Beziehungen zum Gya*-Klan, dem führenden Drukpa-Geschlecht in Tibet. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert luden sie wiederholt Äbte der Drukpa-Schule nach Bhutan ein, um zu missionieren und Klöster zu gründen. Darunter war auch Ngagi Wangchuck (1517-1554), der Urgroßvater des späteren Staatsgründers Shabdrung Ngawang Namgyel.

 


Der Shabdrung

Obwohl die Drukpa mächtig und einflussreich waren und der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung ihren Stempel aufdrücken konnten, war es den Drukpa-Familienverbänden nicht gegeben, das Land zu einen. Der Aufstieg der Drukpa-Schule war keineswegs ein ununterbrochener Siegeszug. Sie mussten sich noch über Jahrhunderte hinweg gegen andere buddhistische Richtungen behaupten.

Die Gründung einer geschlossenen staatlichen Einheit blieb einem Mann von außergewöhnlicher Begabung und staatsmännischer Größe vorbehalten, dem Shabdrung Ngawang Namgyel.

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Phajo Drukgom Shigpo war der Kleriker, der die Schule der Drukpa Kagyüpa nach Bhutan brachte.
Foto von Françoise Pommaret


Eine direkte Abstammungslinie der großen Meister der Drukpa-Schule führt direkt zum Staatsgründer Shabdrung Ngawang Namgyel.