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Die Prophezeiung des Guru Rinpoche

Der Drukpa-Geistliche Phajo erfuhr in einer Vision des Guru Rinpoche, dass er in der Provinz Wang seine Partnerin finden werde, die eine Reinkarnation der berühmten Yogini Machig Labdrön sei.

Phajo begab sich also nach Wang und meditierte in einer Höhle namens Sengye Gyeltshenphu, wo ihn einige Mädchen aus dem Dorf Wang Chador besuchten. Eine von ihnen, Acho, blieb bei ihm und gebar ihm einen Sohn namens Dampa. Acho erzählte Phajo, dass in dem Dorf Wang Sinmo eine jüngere Schwester von ihr wohne, die seit ihrem dritten Lebensjahr die Ankunft eines ihr bestimmten Lamas erwarte und deshalb nun, seit sie erwachsen war, jeden Heiratsvorschlag ablehne.

Das Treffen am Fluss

Phajo erkannte, dass dies das prophezeite Mädchen sein müsse, und ging nach Wang Sinmo. Dort erblickte er am anderen Ufer eines Flusses mehrere Mädchen, die mit Weben beschäftigt waren, und stimmte ein Lied an:

»Ihr Mädchen vom anderen Ufer des Flusses,

Seid still und lauscht meinem Lied.

Ich bin ein Bettler aus dem Lande Kham

und finde mich nun, wohin mein Lama gedeutet.

Wisst ihr den Ort, wo sie wohnt,

mit der ich durch Gebete verbunden?

Es ist an der Zeit, früheres Tun zu vollenden.«


Das Mädchen in der Mitte, Achos jüngere Schwester Sonam Peldön, erhob sich und erwiderte:

»Du asketischer Bettler auf der Durchreise,

lausche dem Gesang eines Mädchens.

Bist du, von dem der Lama sprach,

oder ein böser Geist voll Schabernack?

Du scheinst jenen Lama zu verkörpern,

von dem der Buddha der Vergangenheit sprach.

Ich bitte dich, nimm mich mit.«


Es gab keine Brücke über den Fluss, und so lief Phajo am rechten und Sonam Peldön am linken Ufer entlang, bis sie die einzige Brücke im Gebiet Wang erreicht hatten. Dort trafen sie sich, und bis heute heißt die Brücke Lungten-Zampa, die »Brücke der Weissagung« - heute bildet sie die Einfahrt zur bhutanischen Hauptstadt Thimphu.

 

Die Nachkommen Phajos

Als sie weiter wanderten, kamen sie nach Dodena im oberen Thimphu-Tal und begaben sich von dort zu der Stelle, wo heute das Kloster Tango steht. Eines Tages hörte Phajo ein Pferd wiehern und erlebte eine Vision des Hayagriva*, des Gottes mit dem Pferdekopf im Haar. Deshalb erhielt die Stätte den Namen Tango (Pferdekopf).

Hayagriva* bedeutete Phajo, er solle sein Geschlecht vermehren und die Lehren der Drukpa durch seine Kinder verbreiten lassen. Neun Monate darauf wurde Sonam Peldön eine Tochter geboren. In Dodena gebar Sonam Peldön weitere sieben Söhne. Phajo erkannte, dass drei von ihnen Dämonen sein mussten, und so stürzte er sie alle von einer Brücke in den Fluss. Drei ertranken, aber die übrigen vier Kinder wurden unverletzt in verschiedene Richtungen getrieben. Phajo sah darin eine Bestätigung, dass durch sie die Drukpa-Lehren in alle vier Himmelsrichtungen verbreiten würden.

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Die zornige Schutzgottheit Hayagriva* gilt im Vajrayana*-Buddhismus als eine der zornvollen Erscheinungen des Bodhisattva* Avalokiteshvara*.