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Der Kampf der buddhistischen Schulen

Erste Klostergründungen der Drukpa in Zentralbhutan gehen schon auf das zwölfte Jahrhundert zurück. Im frühen 16. Jahrhundert begannen sich die Drukpa von Ralung in Tibet stärker für Zentralbhutan zu interessieren.

Die Drukpa

Als erster stattete Drukpa Künle (1455-1529) der Region einen Besuch ab, bald danach folgten sein Vetter Ngawang Chögyel (1465-1540) und dessen Sohn Ngagi Wangchuck (1517-1554). Er war der Urgroßvater des späteren Gründers des bhutanischen Staates, Shabdrung Ngawang Namgyel (1594-1651).

 

 

Auf Ngagi Wangchuck geht der Bau der ersten Klosterburgen von Tongsa und Jakar zurück. Er reiste auch nach Kurtö, wo er den Timula-Dzong* und den Lhuntshi-Dzong* gründete.

Sein Enkel Tenpe Nyima (1567-1619), der Vater des Shabdrung Ngawang Namgyel, besuchte Bumthang und vergrößerte dort das Einflussgebiet der Drukpa.

Jedoch erlangten die Drukpa trotz ihrer langjährigen Anwesenheit in Zentralbhutan keine entscheidende politische Macht, und auch ihr religiöser Einfluss blieb stets begrenzt. Hier war die Nyingmapa-Schule führend, vertreten durch eine geistliche Adelsschicht von Nachfahren berühmter Heiliger.

 

Die Nyingmapa

In der dunklen Zeit, die in Tibet auf die Ermordung des Königs Langdarma folgte und den tibetischen Buddhismus beinahe zum Verschwinden brachte, wurde Bumthang für viele tibetische Flüchtlinge zu einem Ort der Sicherheit. Darunter waren auch hohe Lamas.

Da diese durch kein Zölibat eingeschränkt waren, übertrugen sie kirchliche Ämter auf ihre Nachkommen. Sie heirateten zudem sehr häufig in alte Dung-Familien ein, gewannen dadurch weltliche Macht und kamen auch in den Besitz großer Ländereien. So entwickelte sich eine eigene religiöse Adelsschicht, die Chöje*.

Hier sind vor allem die Abstammungslinien von Dorje Lingpa (1346-1405) und Pema Lingpa (1450-1521) zu erwähnen. Ihre Nachkommen spielten eine entscheidende Rolle in der politischen und sozialen Entwicklung Bhutans.

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Dorje Lingpa zählt mit zu den großen Schatzfindern (tertön*). Seine Bedeutung geht aber weit über seine religiösen Tätigkeiten hinaus. Seine religiöse Autorität half ihm auch zu politischer Macht, die von seinen Nachfahren noch erweitert wurde.


Tenpe Nyima, der Sohn des 17. Oberabtes der Drukpa-Kagyüpa-Schule in Ralung, besuchte Bhutan mehrmals. Er bereitete des Feld für seinen Sohn Ngawang Namgyel, der den bhutanischen Staat gründen sollte.


Ngawang Chögyel zählt zu den hervorragendsten Lamas der bhutanischen Geschichte. Er gründete viele Klöster und Tempel und hinterließ bedeutende religiöse Schriften. Er trug damit wesentlich zur Festigung des Einflusses der Drukpa in ganz Bhutan bei.