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Die Dung-Familien

Über die Ursprünge der Dung*-Adelsfamilien werden verschiedene Geschichten erzählt. In den Hauptzügen stimmen diese Traditionen aber überein: Die ersten Herrscher von Bumthang waren direkte Abkömmlinge der Götter. Ihre zumeist nicht leiblichen Nachfolger begründeten die Ahnenreihe der Dung-Familien.

Die Legende im Dorf Ura

Als König Chikharathö von Bumthang starb, hinterließ er keinen Nachfolger. Seine Untertanen begannen zu streiten und beschlossen letztendlich, nach einem neuen König zu suchen. Sie beteten zu ihrem Gott, und dieser schickte seinen Sohn in den Leib einer Dorfbewohnerin. Bei seiner Geburt erhielt er den Namen Lhagon Pelchen. Einige Jahre darauf wurde er ihr Herrscher, gefolgt von seinem Sohn und seinem Enkel. Der Enkel jedoch blieb kinderlos. Er erklärte seinen Untertanen, dass sie sich nach seinem Tod nach Zentraltibet begeben und dort einige Früchte aus Mön in eine Kinderschar werfen sollten. Das Kind, das die meisten Früchte aufsammeln würde, wäre seine Reinkarnation.

Die Abgesandten sollten das Kind mitnehmen und nach Bumthang bringen. Diese Anweisungen wurden befolgt und der Knabe, in einem Beutel aus Yakhaar versteckt, nach Ura gebracht. Er erhielt den Namen Lhawang Dragpa und wurde Herrscher.

Eines Tages erwachte in ihm das Interesse, mehr über seine Abstammung zu erfahren, und so schickte er Boten nach Zentraltibet aus. Diesen wurde gesagt, dass es sich bei dem Kind, das einige Jahre zuvor bei einem Überfall geraubt worden war, um einen Nachkommen von König Langdarmas Sohn Ösung gehandelt habe. Die Abgesandten kehrten erfreut nach Bumthang zurück, denn nun war bewiesen, dass ihr Herrscher von königlichem Geblüt war. Lhawang Dragpa heiratete eine Tochter einer Adelsfamilie, und aus dieser Ehe gingen die Dung-Familien hervor.

 

Die Legende im Dorf Zhongar

Ein junges Mädchen war auf Reisen, um den König von Dungsamkha zu ehelichen. Unterwegs verbrachte sie eine Nacht am Ufer des Mukulung-Tsho-Sees. Während sie schlief, kroch in Gestalt einer weißen Schlange der höchste der lokalen Götter und Sohn des Himmelsgottes in ihren Leib. Bei ihrer Ankunft in Dungsamkha gebar die junge Frau einen Sohn.

Als der Knabe etwas älter war, erfuhr er, wer sein Vater war, wurde aber von dem Feind seines Vaters, einer Wasserschlange (lu*), getötet. Sein Gehirn wurde von einem Fisch gefressen, und der Knabe verwandelte sich in einen Fisch. Er geriet in das Netz eines Mannes, der den Fisch am Leben ließ, weil dieser die Sprache der Menschen beherrschte. Während der Mann außer Haus beschäftigt war, verwandelte sich der Fisch gewöhnlich in einen Knaben und verrichtete die häuslichen Arbeiten, da eine Frau im Haus fehlte. Eines Tages entdeckte der Mann diese Verwandlung und warf die abgelegte Fischhaut ins Feuer, wo sie verbrannte.

Als Sohn einer Gottheit war der Knabe stärker als gewöhnliche Menschen. Deshalb machte man ihn zum obersten Kriegsherrn der Region, und er brachte Ura und Zhongar in seine Gewalt. Eines Tages befahl er, die Spitze eines Berges abzutragen, damit er weiter in die Ferne sehen könne. Seine Untertanen waren über den Hochmut ihres Herrschers sehr erzürnt und töteten ihn. Noch im Sterben verkündete er, dass er in Zentraltibet wiedergeboren würde. Er wies die Untertanen an, ihn dort zu suchen und Kauris mitzunehmen. Das Kind, das die meisten Kauris sammeln würde, wäre seine Reinkarnation. Alles erfüllte sich, wie er gesagt hatte, und der Knabe, den man aus Tibet zurückbrachte, erhielt den Namen Lhawang Dragpa. Er gilt als Stammvater eines wichtigen Dung-Geschlechtes.

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Das Dorf Ura ist eines der wenigen Haufendörfer in Zentralbhutan. Es ist seit dem bhutanischen Mittelalter ein wichtiges politisches Zentrum.