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Erste buddhistische Tempel

Im siebenten Jahrhundert trat ein für die Geschichte Bhutans entscheidendes Ereignis ein: Der tibetische König Songtsen Gampo (619-649) errichtete die ersten buddhistischen Tempel, den Kyichu-Lhakhang in Paro und den Jampe-Lhakhang in Bumthang.

Die Errichtung dieser Bauwerke markierte den Sieg des Buddhismus über eine vorbuddhistische Gottheit. Songtsen Gampo wollte eine riesige Dämonin bändigen, deren Körper über ganz Tibet und seinen angrenzenden Gebieten lag, was vor allem bei der Verbreitung der buddhistischen Lehre große Probleme verursachte. Der König beschloss daher, auf jedem ihrer Gelenke einen Tempel zu erbauen, sodass sie sich nicht mehr bewegen konnte.

 

 

Es heißt, Songtsen Gampo habe sich durch Zauberei vervielfältigt und all seine Emanationen in verschiedenste Gegenden Tibets geschickt, um 108 Tempel an einem Tag zu errichten. Über dem Herzen der Dämonin steht der berühmte Jokhang-Tempel* in Lhasa. Das linke Knie der Dämonin hält der Jampe-Lhakhang von Bumthang, die linke Fußsohle wird vom Kyichu-Lhakhang in Paro fixiert.


 

Das besagt aber nicht, dass Tibet zu dieser Zeit die Oberherrschaft über die südlichen Gebirgstäler des Himalaya besaß. In den Talschaften Bhutans gab es damals keine politische Einheit, und die lokale Bevölkerung schien keine Einwände gegen die Errichtung der Tempel zu haben.

Guru Rinpoche

Die tatsächliche Einführung des Buddhismus in Bhutan gelang dem Mystiker und Magier Guru Rinpoche im achten Jahrhundert. Das Land wurde zu dieser Zeit von Dämonen und mächtigen Lokalgottheiten beherrscht, was wohl bedeutet, dass die Verbreitung des Buddhismus nach der Errichtung der ersten beiden Tempel im Land nur sehr geringe Fortschritte gemacht hatte.

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Ausschnitt aus einer Thangka; Maße 128 x 66 Zentimeter; Original in Privatbesitz
Guru Rinpoche verankerte, von Indien kommend, den Buddhismus in den Himalayaländern.


Eine Wandmalerei im Taktsang-Kloster zeigt den tibetischen König Songtsen Gampo. Er war ein großer Förderer des Buddhismus.
Foto von Françoise Pommaret


Der Kyichu-Tempel im Parotal ist eines der bedeutendsten Heiligtümer Bhutans. Er ist ein wichtiges Pilgerziel, und hier werden auch Zeremonien für die königliche Familie durchgeführt.
Foto von Christian Schicklgruber